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29.1.08 21:08


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Hausaufgabe

So hier etwas zu spät die Hausaufgabe+Bild(wenns Klappt)

 

Abiturprüfung 1997

 

Aufgabe II                  Analyse und Interpretation

 

            Gustav Klimt               Dame in Weiß 1905

            (1862 – 1918)            (Bildnis Margarethe Stonborough-Wittgenstein)

                                                Öl auf Leinwand, 180 x 90,5 cm

                                                Neue Pinakothek München

 

            „Die Kunst vollendet, was die Natur nur grob skizziert“  (Péladan)

 

1.     Bildbeschreibung und erste Annäherung                                                  (6)

Beschreiben Sie kurz das Bild von Gustav Klimt, und schildern Sie Ihre ersten Eindrücke!

 

2.     Bildnerische Untersuchung                                                                                 (20)

Untersuchen Sie die Bildkomposition mittels mehrerer, auch farbiger Skizzen und Zeichnungen! Bearbeiten Sie dabei wesentliche Aspekte des farbigen Aufbaus, der Formgebung, der Darstellungsweise und das Verhältnis von Fläche und Raum!

 

3.     Schriftliche Analyse                                                                                                         (10)

Erläutern Sie ihre in der bildnerischen Untersuchung gewonnenen Erkenntnisse!

Beschreiben Sie die einzelnen Elemente der Gestaltung, ihre vielfältigen Beziehungen und ihren Wirkungszusammenhang! Verweisen Sie dabei an geeigneten Stellen auf Ihre Skizzen!

 

4.     Interpretation                                                                                                                        (14)

Interpretieren Sie das Bild auf der Grundlage Ihrer Beobachtungen und Untersuchungen! Setzen Sie sich dabei auch mit den verschiedenen Abstraktionsgraden auseinander, und gehen Sie auf die spezifische ästhetische Auffassung ein, die in dieser Frauendarstellung zum Ausdruck kommt!

 

5.     Kunstgeschichtliche Reflexion                                                                               (10)

Im späten 19. Jahrhundert sind in der Entwicklung der Malerei zunehmende Abstraktionstendenzen zu beobachten.

Zeigen Sie am Werk zweier Künstler dieser Zeit, auf welche Weise sie sich von der gegenständlichen Abbildung allmählich lösen und welche Intentionen sie dabei verfolgen!

 

Materialien und Hilfsmittel:

Mal- und Zeichenpapiere bis DIN A 3; Bleistifte verschiedener Härtegrade, Farbstifte; Deckfarben; diverse Pinsel

 

29.1.08 21:06


Kunst Schulaufgabe2

1

 

EINLEITUNG
Impressionis­mus (Kunst), Kunstrichtung in der Malerei, die im späten 19. Jahrhundert in Frankreich als Gegenreaktion zur akademischen Malerei entstand und fast in ganz Europa und Nordamerika die Entwicklung der Malerei entscheidend beeinflusste.
Mit seiner Konzeption des L’art pour l’art (Kunst um der Kunst willen) begründete der Impressionismus die ästhetische Moderne. In einem erweiterten Sinn kann der Begriff auch auf einen spezifischen Stil in der Musik Anfang des 20. Jahrhunderts angewendet werden. Siehe Impressionismus (Musik). Der literarische Impressionismus suchte zwischen 1890 und 1910 einen neuen, subjektiv-eindringlichen Zugang zur Realität. Der Begriff ist weitgehend mit dem des Symbolismus synonym. Bedeutende Vertreter des literarischen Impressionismus waren Maurice Maeterlinck in Belgien, Gabriele d’Annunzio in Italien, Joseph Conrad und Virginia Woolf in England, Jens Peter Jacobsen und Hermann Bang in Dänemark, Knut Hamsun in Norwegen und Anton Tschechow in Russland. Im deutschsprachigen Raum sind etwa Detlev von Liliencron, Max Dauthendey, Richard Dehmel, Hugo von Hofmannsthal, Arthur Schnitzler, Richard Beer-Hofmann, Peter Altenberg, Heinrich und Thomas Mann dem literarischen Impressionismus zuzurechnen.
In Ablehnung der Normen der Académie und ihrer im Pariser Salon zur Schau gestellten Werke zogen es die impressionistischen Maler vor, statt im Atelier in der freien Natur zu malen. Auch wählten sie Landschaften und alltägliche Straßenszenen als Sujet. Statt des zu malenden Objekts stand die Wiedergabe der natürlichen Lichtwirkungen im Zentrum des Interesses, wobei die Maler den persönlichen Eindruck des Augenblicks festzuhalten suchten (subjektiver Realismus). Zu den bedeutendsten Impressionisten gehörten Edgar Degas, Claude Monet, Berthe Morisot, Camille Pissarro, Pierre Auguste Renoir und Alfred Sisley.
Die Konzentration auf die Lichtwirkung führte dazu, dass die Impressionisten die Umrissformen der Objekte gezielt verwischten. Auch stellten sie erstmals die Farbigkeit von Schatten heraus. Die Primärfarben Rot, Gelb und Blau sowie deren Komplementärfarben Grün, Lila und Orange wurden mit kurzen Pinselstrichen nebeneinander gesetzt, so dass sich der Bildeindruck erst bei angemessener Betrachtungsentfernung ergab. Durch die Kontrastierung einer Primärfarbe (etwa Rot) mit ihrer Komplementärfarbe (etwa Grün) entstand der spezifisch „flirrende” Charakter impressionistischer Gemälde. Auf diese Weise erreichten die Impressionisten eine größere Leuchtkraft der Farben und eine höhere Brillanz als bei einer Vermischung der Farben vor ihrem Auftrag auf die Leinwand.
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GESCHICHTE
 
In ihrer Auseinandersetzung mit dem Licht hatten die Impressionisten zahlreiche Vorbilder. Bereits im 17. Jahrhundert etwa begann Jan Vermeer, durch Hell-Dunkel-Kontraste die Raumwirkung des Lichtes herauszustellen. Diego Velázquez im 18. und Francisco de Goya im 19. Jahrhundert betonten auf ihren Gemälden größere Lichtflächen anstelle von Formdetails. Auch ihre Pinselführung glich derjenigen der französischen Impressionisten.
Die unmittelbaren Vorläufer des Impressionismus aber waren die englischen Landschaftsmaler John Constable und J. M. W. Turner. Als Monet und Pissaro deren Bilder 1871 zum ersten Mal sahen, waren sie insbesondere von der Betonung des Atmosphärischen und der Auflösung von Gegenständlichem durch Licht beeindruckt. Auch die Schule von Barbizon mit ihrer Freilichtmalerei ging dem französischen Impressionismus voraus. Namentlich hatte Camille Corot 30 Jahre vor den Impressionisten die Lichtwirkung zu verschiedenen Tageszeiten festgehalten. Eugène Louis Boudin lehrte seinen Schüler Monet, in seinen Gemälden den Eindruck von Spontaneität zu vermitteln. Gustave Courbet ermunterte die Impressionisten, sich vom Alltagsleben anregen zu lassen.
Édouard Manet zeigte, dass subtile Lichtdarstellungen sowohl durch die Gegenüberstellung von leuchtenden Kontrastfarben als auch durch Abstufungen farbiger Zwischentöne geschaffen werden können. Sein Frühstück im Freien (1863, Louvre, Paris), das im Salon des Refusés (Salon der von der Pariser Académie Zurückgewiesenen) ausgestellt wurde, bezeichnete den Beginn einer neuen Ära. 30 Impressionisten organisierten 1874 ihre erste unabhängige Ausstellung. Der Begriff Impressionist (nach französisch impression: Eindruck) wurde zum ersten Mal abfällig von dem Kunstkritiker Leroy im Pariser Magazin Charivari verwendet: Er geht auf Monets Sonnenaufgangsgemälde Impression, Soleil levant (1872, Musée Marmottan, Paris) zurück. 1877, bei der 3. Impressionistenausstellung, wurde der Begriff offiziell übernommen. Bedeutende Zeitgenossen, so Émile Zola, der Sammler Gustave Caillebotte und der Kunsthändler Paul Durand-Ruel, hatten sich für die neue Kunstrichtung stark gemacht.
Von Frankreich aus verbreitete sich der Impressionismus in Europa und Nordamerika. Zu den beeinflussten Künstlern gehören die Amerikaner J. A. M. Whistler, Mary Cassatt, Childe Hassam, Winslow Homer und John Singer Sargent, außerdem der Engländer Walter Sickert, der Italiener Giovanni Segantini und der Spanier Joaquín Sorolla. Deutsche Impressionisten waren u. a. Max Slevogt, Lovis Corinth, Max Liebermann und Wilhelm Leibl.
Der Impressionismus hatte weit reichende Folgen. Maler, die als Impressionisten begonnen hatten, entwickelten neue, auf ihren Erfahrungen aufbauende Techniken, so Georges Seurat und Paul Signac, die den Pointillismus begründeten. Paul Cézanne, Henri de Toulouse-Lautrec, Paul Gauguin und Vincent van Gogh waren von der Farbintensität impressionistischer Gemälde beeindruckt. Cézannes Werk wiederum nahm den Kubismus vorweg, während die Werke von Gauguin und van Gogh zum Expressionismus weisen.

Renoir: Profile de jeune fille
Renoirs impressionistisches Profile de jeune fille besticht vor allem durch seine sanfte Anmut und Lieblichkeit.
Corbis/Edimédia

 


Camille Pissarro: Gemüsegarten in Pontoise (1879)
Camille Pissarro, einer der großen Impressionisten, wurde in seinem Schaffen von Corot, Courbet, Turner und Constable beeinflusst. Einige seiner Landschaftsbilder, darunter das hier abgebildete, zeigen eine Nähe zum Pointillismus, dem er sich vor allem in den achtziger Jahren des 19. Jahrhunderts verstärkt zuwandte.
Bridgeman Art Library, London/New York
Bedeutende Werke des Impressionismus
JAHR
MALEREI/PHOTOGRAPHIE
MUSIK

 

1863
Frühstück im Freien, Édouard Manet, ausgestellt im "Salon des Refusés'

 

1867
Familientreffen, Frédéric Bazille; Ansicht der Hermitage bei Pontoise, Camille Pissaro

 

1868
Der Balkon, Édouard Manet

 

1869
La Grenouillère, Pierre Auguste Renoir

 

1872
Impression soleil levant, Claude Monet

 

1873
Die Wiege, Berthe Morisot; Das Haus der Gehenkten, Paul Cézanne

 

1874
1. Expressionistenausstellung des Photographen Nadar in Paris; Die Tanzklasse, Edgar Degas

 

1875
Die Parkettabzieher, Gustave Caillebotte

 

1876
Überschwemmung von Port-Marly, Alfred Sisley; Le Moulin de la Galette, Pierre Auguste Renoir

 

1877
Der Bahnhof St-Lazare, Claude Monet

 

1878
Wäscherinnen mit Wäsche, Edgar Degas

 

1880
In der Oper, Mary Cassatt

 

1881
Südfrüchte, Pierre Auguste Renoir

 

1884
Sonntagnachmittag auf der Île de la Grande Jatte, Georges Seurat

 

1888

 

Gymnopédies, Érik Satie
1894
Die Kathedrale von Rouen, Claude Monet
Prélude à l'après-midi d'un faune, Claude Debussy
1897

 

Der Zauberlehrling, Paul Dukas
1899
Seerosenteich, Claude Monet
Pavane pour une infante défunte, Maurice Ravel
1902

 

Pelléas et Mélisande, Claude Debussy
1905

 

La mer, Claude Debussy
1909

 

Poème de la fôret, Albert Roussel
1912

 

Daphnis et Chloé, Maurice Ravel
1915

 

Der Liebeszauber, Manuel de Falla
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Claude Monet: Seerosen
Claude Monet schuf Serien von Gemälden mit gleichem Motiv. Es entstand eine ganze Reihe von Bildern, auf denen Seerosen zu sehen sind. Auf der Wasseroberfläche des Seerosenteichs spiegelt sich das Licht. Hier ist der abgebildete Gegenstand ganz nebensächlich, nur auf die Wiedergabe von Licht und Schatten kam es dem Künstler an. Die Seerosen scheinen sich im Farbenspiel aufzulösen. Damit wurde Monet einer der wegweisenden Vorläufer der modernen Kunst.
Art Resource, NY/© 2005 Artists Rights Society (ARS), New York / ADAGP, Paris
Microsoft ® Encarta ® 2006. © 1993-2005 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten.

Édouard Manet: Le Déjeuner sur l’herbe
Das Bild des französischen Impressionisten provozierte aufgrund seines neuartigen Farbauftrags und der Freizügigkeit seiner Darstellung im Pariser Herbstsalon des Jahres 1863 einen Skandal. Mit seiner Konzentration auf die Wirkung des hellen, natürlichen Lichts konnte sich der Impressionismus erst nach und nach gegen die akademische Malerei durchsetzen.
Bridgeman Art Library, London/New York

 


J. A. McNeill Whistler: Arrangement in Black and Grey No. 1: The Artist’s Mother (1872), Musée d’Orsay, Paris
Mit seinen Bildkompositionen, die Stimmungen durch gedämpfte Farbharmonien wiedergeben, gehörte der besonders durch den japanischen Farbholzschnitt und die französischen Impressionisten beeinflußte Whistler zu den Wegbereitern des Jugendstils. Das abgebildete Bildnis seiner Mutter (1872) gehört zu seinen bedeutendsten Porträts.
Art Resource, NY/Giraudon
Expressionis­mus (Kunst und Architektur)
1

 

EINLEITUNG
Expressionis­mus (Kunst und Architektur), (lateinisch expressio: Ausdruck), künstlerische Bewegung des frühen 20. Jahrhunderts, die in der bildenden Kunst, in der Literatur, in der Architektur, in den darstellenden Künsten und der Musik ihren Ausdruck fand. In der bildenden Kunst entstand sie als Reaktion auf die als erstarrt empfundenen Normen des Impressionismus, dem sie eine subjektive Steigerung des Ausdrucks entgegenzusetzen suchte. Ihre bevorzugten Darstellungsmittel sind radikale Vereinfachung, Verzerrungen in Form und Proportion, die Verwendung ungebrochener Farbtöne, die in grellen Kontrasten gegeneinander gesetzt werden, sowie eine allgemeine Neigung zum Plakativ-Überzeichneten.
2

 

MALEREI, GRAPHIK UND PLASTIK
Auch wenn der Begriff erstmals 1911 in Herwarth Waldens Zeitschrift Der Sturm auftaucht, finden sich expressive Momente bereits in früherer Kunst. Seit dem Mittelalter neigten Maler und Bildhauer dazu, durch das Überzeichnen von Figuren das spirituelle Moment der Darstellung zu betonen, wie auf den Tafelbildern des Isenheimer Altars von Matthias Grünewald oder in vielen Werken des spanischen Malers El Greco deutlich wird. Bereits im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert arbeiteten der niederländische Maler Vincent van Gogh, der Franzose Paul Gauguin und der Norweger Edvard Munch in expressiver Manier, indem sie die emotionalen Qualitäten der Farben im Sinn der Gesamtwirkung eines Werkes zu nutzen verstanden.
Entscheidend für die Entwicklung des Expressionismus zu einer breiten Kunstströmung waren jedoch Veränderungen in der deutschen Kunstlandschaft, namentlich in Berlin. Der offizielle Kunstbetrieb war beherrscht von dem einflussreichen Porträtmaler Anton von Werner, der mit Unterstützung des kaiserlichen Hofes eine akademisch erstarrte nationale Malerei propagierte. Daneben gab es Künstler wie Max Liebermann und den Naturalisten Fritz von Uhde, später auch Käthe Kollwitz, die vom französischen Impressionismus und dem Naturalismus eines Gustave Courbet angeregt, soziale Themen in den Mittelpunkt ihrer Werke rückten. Nachdem man 1892 den norwegischen Maler Edvard Munch gebeten hatte, in Berlin auszustellen, die Ausstellung jedoch zu einem Skandal führte und nach zwei Tagen geschlossen wurde, spaltete sich der Berliner Verein Bildender Künstler auf. Max Liebermann gründete die Berliner Secession, der sich Maler wie Lovis Corinth und Max Slevogt anschlossen. In den Ausstellungen der Gruppe wurden Werke von Künstlern wie Ferdinand Hodler, Arnold Böcklin, Edvard Munch, Wilhelm Trübner, Max Slevogt, Lovis Corinth und Käthe Kollwitz gezeigt. Unmittelbar vor dem 1. Weltkrieg formierte sich darüber hinaus ein einflussreicher, aufgeschlossener Kreis von Sammlern, Kunsthändlern (darunter Paul Cassirer und Alfred Flechtheim in Berlin, die Galerien Goltz und Thannhauser in München) und Museumsleitern (Alfred Lichtwark in Hamburg, Hugo von Tschudi in Berlin bzw. München), die der neuen Bewegung ein öffentliches Forum zur Verfügung stellten und ihnen eine ökonomische Grundlage sicherten.
Die wichtigste deutsche Expressionistenvereinigung war die von den Malern Ernst Ludwig Kirchner, Erich Heckel und Karl Schmidt-Rottluff 1905 in Dresden gegründete Gruppe Die Brücke. 1906 stießen Emil Nolde und Max Pechstein dazu, 1910 Otto Müller. Bis zu ihrer Auflösung 1913 war sie eine enge Gemeinschaft, die zusammen arbeitete und ausstellte. Treibende Kraft des Zusammenschlusses war Kirchner, der unter dem Einfluss von Edvard Munch und der zu dieser Zeit in Deutschland neu entdeckten afrikanischen Kunst den Weg zu einer neuen antiimpressionistischen Ikonographie ebnete. Zu den eindrucksvollsten und originellsten Leistungen der Brücke-Künstler gehören ihre graphischen Werke. Sie erfanden den Linolschnitt und entdeckten den Holzschnitt neu. Diese Techniken kamen der expressionistischen Ästhetik der Flächigkeit, der vereinfachten Formen und des spontanen Ausdrucks entgegen (siehe Druckgraphik und druckgraphisches Gestalten).
Nachdem sich die Münchner Secession geweigert hatte, Werke der Expressionisten auszustellen, gründeten Wassily Kandinsky und Alexej von Jawlensky auf Initiative des neuen Direktors der Münchner Staatsgalerie, Hugo von Tschudi, 1909 die Neue Münchner Künstlervereinigung, zu deren Mitgliedern auch Gabriele Münter, Adolf Erbslöh und Marianne von Werefkin zählten. Die Ausstellungen der Gruppe, die durch Werke der französischen Fauvisten und Kubisten bereichert wurden (Pablo Picasso, Georges Braque, André Dérain, Georges Rouault u. a. stellten in München aus), zeigten eine Geschlossenheit, die später von der 1911 unter dem Ausstellungstitel Der Blaue Reiter gegründeten Gruppe nie wieder erreicht wurde. 1912 stellte Die Brücke mit der Münchner Gruppe Der Blaue Reiter ihre Bilder in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm in Berlin aus. Dem Blauen Reiter gehörten u. a. die Maler Franz Marc, August Macke, der sich der Malerei Robert Delaunays verwandt fühlte, Heinrich Campendonk, der von alten Votivbildern beeinflusst war und sich mit der Volkskunst auseinander setzte, Paul Klee sowie die russischen Maler Alexej von Jawlensky und Wassily Kandinsky an, der, von der russischen Volkskunst beeinflusst, mit seiner Schülerin und Lebensgefährtin Gabriele Münter in Oberbayern arbeitete.
Daneben gab es zahlreiche unabhängige Künstler, die sich den Expressionisten verbunden fühlten. Zu nennen sind neben Max Beckmann, Paula Modersohn-Becker, Ludwig Meidner oder Karl Hofer auch Alfred Kubin, der ein individuelles graphisches und literarisches Werk schuf, oder Christian Rohlfs, der lange dem Impressionismus verhaftet blieb, sowie der Zeichner, Bildhauer und Schriftsteller Ernst Barlach. Lyonel Feininger wurde später mit Kandinsky Lehrer für Malerei am Bauhaus. Eine eigenständige Ausprägung des Expressionismus in Österreich bildeten Künstler wie Egon Schiele und Oskar Kokoschka. In Frankreich nahmen die Fauvisten, aber auch Maler wie Georges Braque oder Pablo Picasso expressionistische Stilformen auf, wie Picassos Werk Guernica (1937, Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofia, Madrid) zeigt (siehe moderne Kunst und Architektur).
Als Gegenbewegung zum Expressionismus kann die sich nach dem 1. Weltkrieg formierende Neue Sachlichkeit verstanden werden, die vor allem von Otto Dix, George Grosz, Georg Schrimpf und Christian Schad vertreten wurde. Sie zeigte eine starke Tendenz zu politischem Engagement, Satire und Zynismus. Nicht nur formal, sondern auch in der Themenwahl unterschied sie sich vom Expressionismus. Wurde den Expressionisten ein Hang zur deutschen Romantik und zum Mystizismus vorgeworfen, so fanden die Maler der Neuen Sachlichkeit zu einem präzisen Realismus, der nüchtern und schonungslos die Wirklichkeit wie unter dem Mikroskop seziert.
Expressionistische Tendenzen kamen auch international zur Wirkung, in Frankreich etwa im Werk Georges Rouaults und des gebürtigen Littauers Chaïm Soutine, in Belgien mit Constant Permeke, in den Vereinigten Staaten mit Max Weber. Dort fand die Bewegung nach dem 2. Weltkrieg mit dem Abstrakten Expressionismus, vertreten durch Maler wie Mark Rothko, Willem de Kooning, Franz Kline oder Jackson Pollock, die häufig den Malakt selbst thematisierten, auch eine ungegenständliche Ausprägung.
Die expressionistische Bildhauerei hat ihre direkten Vorbilder in der plastischen Kunst der Naturvölker, insbesondere der afrikanischen Holzschnitzerei. Zu ihren herausragenden Vertretern zählen Ernst Barlach, Käthe Kollwitz und Wilhelm Lehmbruck.
3

 

ARCHITEKTUR
Auch in der Architektur gab es vereinzelt expressionistische Tendenzen, die versuchten, über die reine Funktion eines Gebäudes hinausgehend, den Eindruck einer frei geformten, expressiven Plastik zu verwirklichen. Zu den frühesten Beispielen gehören die Bauten von Hans Poelzig, wie sein tropfsteinhöhlenartig eingerichtetes Großes Schauspielhaus in Berlin von 1919 (nicht erhalten). Die expressionistischen Architekten bevorzugten zunächst die rundplastische Form, wie Erich Mendelsohn mit seinem Einsteinturm in Potsdam (1920) oder Hermann Finsterlin mit seinen Entwürfen eines organischen Kunstzentrums (1919). Bruno Taut trat mit theoretischen Entwürfen alpiner Glasarchitektur an die Öffentlichkeit, Rudolf Steiner errichtete anthroposophische Bauwerke (Goetheanum in Dornach, 1923-1928; siehe Anthroposophie). In den zwanziger Jahren machte sich eine größere Vorliebe für spitze Winkel und die Überbetonung der Vertikalen bemerkbar. Einen Höhepunkt dieser Entwicklung bildete Fritz Högers Chilehaus in Hamburg (1922/23), das, in Anlehnung an einen Schiffbug entworfen, auf die Backsteinarchitektur seiner norddeutschen Heimat zurückgriff. Ende der zwanziger Jahre gingen die expressionistischen Architekturströmungen im Internationalen Stil auf.

 


Ernst Ludwig Kirchner: Der Potsdamer Platz in Berlin
Nach 1911 schuf Ernst Ludwig Kirchner eine Reihe von Großstadtbildern, darunter auch das Gemälde Der Potsdamer Platz in Berlin. Seine bevorzugten Motive waren vor allem die Berliner Kokotten mit ihren federbebuschten Hüten (und – nach Ausbruch des 1. Weltkrieges – mit dem morbiden Flair des Witwenschleiers) sowie mondäne männliche Flaneure.
Bridgeman Art Library, London/New York

 


El Greco: Heilige Familie (um 1594 bis 1604, Hospital de San Juan Bautista, Toledo)
El Greco (1541-1614) war einer der bedeutendsten Vertreter des Manierismus. Sein Gemälde Heilige Familie ist in den für ihn typischen Rot-, Gelb- und Grüntönen gehalten und weist eine charakteristische Streckung der Figuren auf. Die leuchtende, intensive und kontrastreiche Farbpalette wie auch die Linienführung weisen El Greco als frühen Vorläufer des Expressionismus aus.
Corbis/Francis G. Mayer

 


Edvard Munch: Der Schrei
Mit seinen Darstellungen existentieller Grenzerfahrungen, wie in seinem wohl berühmtesten Bild Der Schrei, wurde der Norweger Edvard Munch zu einem bedeutenden Wegbereiter des Expressionismus.
Bridgeman Art Library, London/New York/© 2005 The Munch Museum / The Munch-Ellingsen Group / Artists Rights Society (ARS), New York.

 


August Macke: Dame in grüner Jacke (1913), Wallraf-Richartz-Museum, Köln
August Macke illustrierte in seinen Bildern häufig alltägliche Szenen und Situationen: Spaziergänger im Park, elegante Frauen oder Müßiggänger. Der Expressionist Macke, der zur Gruppe der Blauen Reiter gehörte, war aber auch beeinflusst von der Licht-und-Sonnen-Verklärung der Impressionisten, von den Fauves übernahm er die reinen Farben und von den Kubisten die flächige, kaum mehr räumliche Darstellung.
SuperStock/Museum Ludwig, Koln/A.K.G., Berlin

 


Franz Marc: Die kleinen gelben Pferde (1912), Staatsgalerie, Stuttgart
Franz Marc war Mitglied der Künstlergemeinschaft Der Blaue Reiter, die er zusammen mit Wassily Kandinsky gründete. In seinen Tierbildern wie dem hier abgebildeten versuchte er, durch Reduktion der Körperformen auf ihren abstrakten Gehalt das ästhetisch „Wesentliche“ der Erscheinung zu erfassen.
Bridgeman Art Library, London/New York

 


Egon Schiele: Selbstporträt (1910, Leopold-Museum, Wien)
Egon Schiele (1890-1918) gehört zu den herausragenden Gestalten der Wiener Moderne im Bereich der Malerei. Sein provozierender Duktus kommt auch auf diesem Selbstporträt von 1910 zum Tragen.
Bridgeman Art Library, London/New York/Privatsammlung

 

 

Kubismus
Kubismus, Richtung der modernen Kunst seit 1907, die neue Darstellungsformen entwickelte, besonders in der Malerei, aber auch in der Bildhauerei. Der Kubismus war eine der ersten Kunstrichtungen, die sich der Abstraktion näherten. Großen Anteil an der Entwicklung des Kubismus in der Malerei hatten der französische Künstler Georges Braque und der Spanier Pablo Picasso. Seinen Höhepunkt erreichte der Kubismus um 1914.
Der Kubismus wandte sich gegen den Formenkanon der realistischen Darstellung, wie er seit der Renaissance verbindlich war, und stellte als abstrakte und später gegenstandslose Kunst einen entscheidenden Wendepunkt in der Kunstgeschichte dar. Er verstand sich als Revolte gegen die Sentimentalität und den Realismus der Malerei des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts und wandte sich gegen die Betonung von Licht und Farbe und gegen den Mangel an Form, beides typische Charakteristika des Impressionismus. Beeinflusst wurde der Kubismus auch von der afrikanischen und ozeanischen Kunst.
Die Grundsätze des Kubismus sind in dem Satz des französischen spätimpressionistischen Malers Paul Cézanne zusammengefaßt: „Alle Formen in der Natur lassen sich auf Kugel, Kegel und Zylinder zurückführen.” In der früheren Phase (etwa seit 1908), dem analytischen Kubismus, gingen die Künstler vom Gegenstand aus, brachen die Konturen des Motivs auf und zerlegten es in kubische Formelemente. Sie verzichteten auf Raumwirkungen und Perspektive und reduzierten die Palette auf wenige Farben, vor allem Grau-, Braun- und gedämpfte Grüntöne. Sie begannen ferner, Buchstaben und Zahlen in ihre Kompositionen zu malen. Später klebten sie gefundene Etiketten, Billette, Zeitungsausschnitte, Tapeten und andere Gegenstände in ihre Bilder und erfanden so die Collage. Damit entfernten sich diese Werke immer mehr vom Motiv und gewannen an Bildautonomie. Der nächste Schritt, dieses Verfahren umzukehren, lag nach 1914 nahe. Juan Gris (sein Künstlername ist von dem französischen Wort gris, grau, seiner zeitweilig bevorzugten Farbe, abgeleitet), der seit 1910 kubistisch malte, wagte ihn als Erster. In dieser späteren Phase des synthetischen Kubismus gingen die Künstler von ungegenständlichen Farbflächen aus, die erst im Laufe der Arbeit durch eingefügte Zeichen einen gegenständlichen Bezug erhielten. Zum Beispiel kann ein braunes Rechteck durch zwei eingezeichnete Punkte als Gesicht oder durch parallele Linien als Gitarre erkannt werden. Gris beschrieb sein neues Verfahren: „Cézanne macht aus einer Flasche einen Zylinder, ich hingegen gehe von einem Zylinder aus, um ein Einzelding zu schaffen; aus einem Zylinder mache ich eine Flasche...” Braque und Picasso schlossen sich der neuen Richtung bald an und übertrugen sie auch auf die Skulptur. Picasso prägte für seine Arbeitsweise die später berühmt gewordene Formel: „Ich suche nicht, ich finde.” Im synthetischen Kubismus werden die Bilder wieder bunter, weil auch Farbe als Zeichen dienen kann: Wenn Picasso beispielsweise eine Rechteckform mit roten, blauen und grünen Rhomben und Trapezen bemalt, wird sie als das Trikot eines „Harlekins” erkennbar.
Neben Pablo Picasso und Georges Braque sind auch Künstler wie Albert Gleizes, Fernand Léger, Francis Picabia, Marcel Duchamp, Roger de La Fresnaye und Juan Gris bedeutende Maler des Kubismus gewesen. Zu den herausragenden Bildhauern, die sich die kubistischen Prinzipien der Malerei zu Eigen machten, gehörten neben Picasso Raymond Duchamp-Villon sowie Jacques Lipchitz und Alexander Archipenko. Maurice de Vlaminck, Stuart Davis und Lyonel Feininger waren Künstler, die unter dem Einfluss der kubistischen Formenlehre arbeiteten. Robert Delaunay entwickelte den Kubismus zu einer eigenen Stilrichtung weiter, dem von Apollinaire so genannten Orphismus. Er gehörte zu den ersten Künstlern, die gegenstandslos-abstrakte Bilder schufen.

 


Marcel Duchamp: Akt, eine Treppe herabsteigend
Beeinflußt von Kubismus und Futurismus schuf Marcel Duchamp sein wohl bekanntestes Gemälde Akt, eine Treppe herabsteigend, das bei seiner Präsentation in der Armory Show einen Skandal hervorrief.
Bridgeman Art Library, London/New York/© 2005 Artists Rights Society (ARS), New York / ADAGP, Paris / Estate of Marcel Duchamp

 


Georges Braque: Guitare et Verre
Mit Bildern wie Guitare et Verre begründeten Picasso und Braque den synthetischen Kubismus.
Art Resource, NY/© 2005 Artists Rights Society (ARS), New York / ADAGP, Paris. Scala

 


Juan Gris: Das Frühstück (1910-1915)
Juan Gris’ Gemälde Das Frühstück gehört mit seiner Collagetechnik zu den Schlüsselwerken des synthetischen Kubismus. Es befindet sich im Musée National d’Art Moderne in Paris.
Art Resource, NY/© 2005 Artists Rights Society (ARS), New York / ADAGP, Paris. Photo: Giraudon

 


Fernand Léger: Déjeuner, Musée d’Art moderne, Saint-Étienne
In seinen späten Bildern setzte Léger die Farbe von seinen Figurengruppen ab und ließ diese in graphisch gesetzten schwarzen Umrisslinien erscheinen.
Art Resource, NY/© 2005 Artists Rights Society (ARS), New York / ADAGP, Paris. Photo: Scala

 


Pablo Picasso: Demoiselles d’Avignon
Pablo Picassos Gemälde Demoiselles d’Avignon (Mädchen von Avignon) gehört zu den Schlüsselwerken der modernen Kunst. Dieses Werk, das im Museum of Modern Art in New York hängt, markiert den Beginn des Kubismus.
SuperStock/© 2005 Estate of Pablo Picasso / Artists Rights Society (ARS), New York.

 

 

Konstrukti­vismus
Konstrukti­vismus, russische Kunstströmung zu Beginn des 20. Jahrhunderts, die die Entwicklung der modernen Kunst prägte. Ihre reduzierte Formensprache beschränkte sich auf die Verwendung geometrischer Figuren. Der Konstruktivismus entstand in Auseinander- und Fortsetzung von Kubismus, Futurismus und Kubofuturismus. Er wurde von den russischen Bildhauern und Malern Wladimir Tatlin, El Lissitzky und Aleksandr Rodtschenko begründet. Der Begriff geht auf Tatlin zurück, der damit seine zwischen 1913 und 1917 entstandenen Kontra-Reliefs aus verschiedenen Industriematerialien bezeichnete. Seit 1917 schufen auch Naum Gabo und Antoine Pevsner konstruktivistische Werke.
Schon vor der Oktoberrevolution bildeten sich innerhalb des Konstruktivismus zwei Gruppen. Während Tatlin sein Werk in den Dienst der gesellschaftlichen Umwälzungen stellen wollte, verteidigte Kasimir Malewitsch die Autonomie der Kunst. Er schuf als wegweisendes Werk des Suprematismus das Gemälde Schwarzes Quadrat auf weißem Grund (1913/15). Sowohl der Suprematismus, der in der Malerei nur geometrische Elemente akzeptierte, als auch der Konstruktivismus fanden zunächst den Zuspruch der offiziellen Kulturpolitik der Sowjetunion. Mit Lenins Neuer Ökonomischer Politik wendete sich seit 1921 das Blatt und viele konstruktivistische Künstler verließen das Land. Nach 1932 wurden alle avantgardistischen Bestrebungen massiv unterdrückt und der sozialistische Realismus als Kunstdoktrin eingeführt.
Im Westen beeinflussten die Suprematisten und Konstruktivisten zahlreiche Künstler wie etwa Piet Mondrian und mit ihm die holländische Gruppe De Stijl. Auch das Bauhaus verdankt der Strömung wichtige Anregungen.

Naum Gabo: Säule (Modell)
Naum Gabo war mit seinen Entwürfen aus Glas, Plastik und Metall richtungweisend für die konstruktivistische Kunst. Dieses Modell einer größeren Plastik, die er 1923 vollendete, ist in der Tate Gallery in London ausgestellt.
Art Resource, NY/Tate Gallery, London

 

 

Konkrete Kunst
Konkrete Kunst, von Theo van Doesburg 1924 eingeführter und 1930 bei der Gründung der Gruppe Art concret in einem Manifest programmatisch formulierter Begriff für eine Richtung der modernen Kunst, die im Idealfall auf mathematisch-geometrischen Grundlagen beruht: „Alles ist messbar, auch der Geist … Die Malerei ist ein Mittel, um auf optische Weise den Gedanken zu verwirklichen: Jedes Bild ist ein Farbgedanke”, heißt es bei Doesburg.
Konkrete Kunst ist eine Form der ungegenständlich-abstrakten Malerei, die sich aber von der abstrakten Malerei abgrenzt, weil sie ihre Formen nicht durch fortschreitende Abstraktion aus dem Gegenständlichen zum Ungegenständlichen findet, sondern ohne Rückbezug zur Natur und ohne symbolische Bedeutung mehr oder weniger rein durch geometrische Konstruktion erzeugt. (Die Begriffe abstrakt und konkret waren schon im 19. Jahrhundert von Georg Wilhelm Friedrich Hegel als Gegensatzpaar erkannt worden.) Konkrete Kunst ist gleichwohl keine rein mechanisch-technisch produzierte Kunst, sondern gewinnt ihre Form, ihren Reiz und ihre Spannung nur mit Hilfe der subjektiven Entscheidung des Künstlers. Vom Konstruktivismus grenzt sich die konkrete Kunst durch ihr wissenschaftliches Denken, ihr Interesse an einer Erforschung der Farbe und ihre Konzentration auf das Zusammenspiel von Form und Farbe ab.
Zu den Vorläufern der konkreten Kunst zählen Kasimir Malewitsch, Wassily Kandinsky, František Kupka, die Künstler der Gruppe De Stijl, die russischen Konstruktivisten wie Wladimir Tatlin, El Lissitzky und Aleksandr Rodtschenko und einige Vertreter des Bauhauses. In den dreißiger Jahren wurde der Ansatz der konkreten Kunst vor allem in der Pariser Gruppe Abstraction-Création weiterverfolgt. In diesem Umfeld wirkten Georges Vantongerloo und Friedrich Vordemberge-Gildewart. Die konkrete Kunst entfaltete sich wieder während und nach dem 2. Weltkrieg, vor allem in der Schweiz, in Italien und in Deutschland. Zum wichtigsten Wortführer wurde der Schweizer Künstler Max Bill, der 1944 in Basel eine internationale Ausstellung unter dem Titel Konkrete Kunst einrichtete und die Zeitschrift abstrakt/konkret ins Leben rief. 1960 organisierte er in Zürich die Ausstellung konkrete kunst, 50 jahre entwicklung. Am Vorbild des Bauhauses orientiert, gründete er 1950 in Ulm die Hochschule für Gestaltung als „Forschungs- und Ausbildungsstätte für gestalterische Aufgaben unserer Zeit”. Max Bill übertrug den Ansatz der konkreten Kunst auch in den Bereich der Skulptur (Halbe Kugel um zwei Achsen, 1966). Der Schweizer Künstler Richard Paul Lohse arbeitete mit strengen „modularen” und „seriellen Ordnungen”, die seine Farbfelder nach methodischen Vorgaben gliedern.
In Italien vertrat vor allem Alberto Magnelli die konkrete Kunst. 1948 wurde das Movimento Arte Concreta gegründet. In Rom fand 1951 eine Ausstellung unter dem Titel Arte astratta e concreta statt. Der konkreten Kunst waren auch Künstlergruppen wie Gruppo T und Gruppo N verpflichtet. Josef Albers, der 1933 in die USA emigriert war, wurde hier als Künstler und Kunstpädagoge zu einem einflussreichen Vertreter der konkreten Kunst. Zu seinen Schlüsselwerken zählt die Gemälde- und Graphikfolge Homage to the Square (Huldigung an das Quadrat).
Die konkrete Kunst regte später vor allem Kunstrichtungen wie die Op-Art, Hard Edge und die Minimal Art an. Auch die seit 1950 sich etablierende konkrete Poesie entlieh ihre Bezeichnung der konkreten Kunst.


Josef Albers: Homage to the Square – On Late Sky (1962)
Die Gemälde- und Graphikfolge Homage to the Square (Huldigung an das Quadrat), zu der dieses Bild gehört, zählt zu den Schlüsselwerken des 1933 in die USA emigrierten deutschen Bauhauskünstlers Josef Albers. Unter Reduzierung der Form der Farbfelder auf Quadrate und mit Hilfe des immer gleichen Kompositionsschemas mit drei oder vier ineinander geschachtelten Farbfeldern untersuchte Albers die gegenseitigen Beeinflussungen von Farben. Er schuf damit einen der bedeutendsten Beiträge zur konkreten Kunst.
Art Resource, NY/© 2005 The Josef and Anni Albers Foundation / Artists Rights Society (ARS), New York.

 

 

Postmoderne, Ende der fünfziger Jahre geprägter unscharfer Begriff der Kultur- und Kunsttheorie, der eine Distanzierung zeitgenössischer Künstler von den ästhetischen Verfahren der Moderne beinhaltet.

 

Die Postmoderne lehnt das Innovationsstreben der Moderne ab und diffamiert dieses selbst als automatisiert und etabliert. Andererseits wird mit der Forderung einer prinzipiellen Offenheit des Kunstwerkes auf die Moderne Bezug genommen. Charakteristisches Element der Postmoderne ist ein extremer Stilpluralismus, der – etwa in der Architektur – oftmals in einer Anhäufung von Zitaten verschiedenster Kunstperioden kulminiert. Der Grundsatz, dass in Literatur, Film, Architektur und bildender Kunst nichts Neues mehr zu schaffen sei (eine Position, die freilich schon Thomas Mann vertrat), führt hier zum spielerischen Umgang mit vorhandenem Material. Die anscheinende „Rückbesinnung” auf Geschichte und Traditionen aber erweist sich als Versuch, die überlieferten Verfahrensweisen zu einem neuen Ganzen zu collagieren. Dabei werden Grenzen zwischen Kitsch und Kunst, Massenkultur und elitärer Kunstauffassung bewusst verwischt (herausragendes Beispiel hierfür ist etwa der Künstler Jeff Koons). Synonyme zu Postmoderne sind Transavantgarde und Spätmoderne, wobei der letztere Begriff die krasse Antithese zwischen Postmoderne und Moderne mildert. Ihr pluralistisches Selbstverständnis hat der Postmoderne des Öfteren den Vorwurf der Beliebigkeit eingebracht.

 

 

 

 

Futurismus
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EINLEITUNG
Futurismus, zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Italien entstandene radikale Bewegung der Avantgarde, die mit den als veraltet empfundenen Traditionen brach und eine Kunst zu schaffen suchte, welche den Anforderungen des modernen (technisierten und dynamisierten) Lebens gerecht werden sollte. Zentrales Anliegen war dementsprechend die Abbildung von Bewegung und Simultaneität (Gleichzeitigkeit).
Initiiert wurde der Futurismus durch das 1909 von Filippo Tommaso Marinetti im Pariser Figaro veröffentlichte Gründungsprogramm Manifeste du futurisme, dem eine wahre Flut weiterer theoretischer Schriften folgte. Der Futurismus revolutionierte die Darstellungsmodelle von Literatur, Musik, bildender Kunst (Manifesto dei pittori futuristi, 1910) und Architektur. Zwischen 1910 und 1920 griff er – wenn auch unter anderer Akzentuierung – auf Russland über. Deutlich spürbar war auch sein politischer Impuls, teils mit faschistischen Implikationen (Beispiel hierfür ist Marinettis Schrift Futurismus und Faschismus von 1924).
Die Bewegung des Futurismus war überaus einflussreich auf die Entwicklung von Strömungen der Moderne wie Expressionismus, Dadaismus, Surrealismus und Konstruktivismus. Namentlich Alfred Döblin, Marcel Duchamp, Fernand Léger und El Lissitzky verdanken dem futuristischen Kunstmodell entscheidende Anregungen.
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DER ITALIENISCHE FUTURISMUS
Marinetti selbst war es, der mit seinem „afrikanischen Roman” Mafarka le futuriste (1910) die eigenen Theoreme innerhalb der italienischen Literatur literarisch umzusetzen suchte. Die Forderungen nach einer Zerstörung von Syntax und Grammatik sowie nach einer neuen, dynamischen Dichtersprache sind hier radikal umgesetzt. In der italienischen Kunst versuchte der Futurismus, die Statik traditioneller Bildinhalte aufzubrechen. So scheinen denn auch auf den Gemälden der Futuristen die Formen und Farben zusammenzustürzen. Figurationen zerfließen ineinander: So soll nacheinander ablaufendes Geschehen (Bewegung) auf der Leinwand festgehalten werden.
Eine oftmals in Kriegs- und Maschinenkult ausartende Ästhetik der Beschleunigung propagierte der Futurismus auch für Plastik und Architektur, u. a. in seinem Konzept einer von Geschwindigkeit und Dynamismus geprägten Idealstadt. Die Mailänder Ausstellung Città Nuova mit Entwürfen etwa von Antonio Sant’Elia überführte den Begriff 1914 auf urbanes Terrain. Gemeinsam mit Marinetti und anderen veröffentlichte Sant’Elia im gleichen Jahr das Manifesto dell’Architettura Futurista, mit dem sich die italienische Architektur endgültig an die Moderne in Europa anschloss. Einen Bogen zu europäischen Traditionen, aber vor allem auch zum italienischen Faschismus stellte 1932 die Mostra delle Revoluzione Fascista in Rom dar.
1911 brachte Balilla Pratella sein Manifesto della Musica futuristica heraus und begründete damit eine futuristische Musiktradition, die auf der Idee der Symphonie basierte und Geräusche der Alltags- bzw. Industriewelt mit aufnahm. Als Komponist blieb Pratella aber weit hinter seinem Programm zurück – ebenso wie Luigi Russolo, der, eigentlich Maler, neue Instrumente (Intonarumori) zur Umsetzung futuristischer Theoreme baute, darunter das so genannte Russolophon.
Bedeutende italienische Futuristen waren neben Marinetti die Maler Giacomo Balla, Umberto Boccioni, Carlo Carrà und Gino Severini. Nach dem 1. Weltkrieg entstand in Italien der so genannte zweite oder Neo-Futurismus, der die Gedanken der Avantgardeströmung zu erneuern suchte. Ihm gehörten u. a. Fortunato Depero (1892-1960), Enrico Prampolino (1894-1956) und Gerardo Dottori (1888-1977) an.
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DER RUSSISCHE FUTURISMUS
War der italienische Futurismus eher eine Strömung der bildenden Kunst, so orientierte sich der russische verstärkt an der Literatur, wobei er sich von Marinetti (der auf seinem Russlandbesuch überaus respektlos empfangen worden war) distanzierte und auf Eigenständigkeit bestand. Der Futurismus der russischen Literatur hat daher auch autonome Werke hervorgebracht, die stark mit dem Material der Sprache experimentieren (so etwa die als Gesamtkunstwerk angelegte Oper Sieg über die Sonne von Alexej Krutschonych und Kasimir Malewitsch mit der Musik von Michail Matjuschin). Diese Betonung der sprachlichen Form durch den russischen Futurismus stellte vor allem Roman Jakobson heraus. Auf der Bühne bevorzugte der russische Futurismus das mechanische Theater.
Bedeutende russische Futuristen waren Wassilij Kamenskij, Welemir Chlebnikow und Wladimir Majakowskij (in der Literatur) sowie Naum Gabo und Antoine Pevsner (in der bildenden Kunst).


Gino Severini: Vorortzug, in Paris eintreffend (1915), Tate Gallery, London
Mit der gleichzeitigen Abbildung verschiedener Bewegungsphasen und der Zerlegung der Formen nach dem Vorbild der Kubisten spiegelt Severinis Gemälde Vorortzug, in Paris eintreffend eines der zentralen Anliegen des Futurismus.
Bridgeman Art Library, London/New York/© 2005 Artists Rights Society (ARS), New York / ADAGP, Paris.

 


Sant’Elia: Entwurfsstudie (1913)
Antonio Sant’Elia wurde vor allem durch seine kühnen Architekturentwürfe bekannt. Das hier abgebildete Blatt gehört zu den Visionen einer neuen Stadt (Città Nuova). Es befindet sich in einer Privatsammlung in Mailand.
Bridgeman Art Library, London/New York/Private Sammlung, Mailand/Accademia Italiana

 


Carlo Carrà: Die metaphysische Muse (1917, Privatsammlung, Mailand)
Die metaphysische Muse des futuristischen Malers Carlo Carrà (1881-1966) von 1917 zeigt deutlich den Einfluss der metaphysischen Malerei. Vor allem die Darstellung einer Kleiderpuppe in einem sich zentralperspektivisch ungenau nach hinten verengendem Raum ist am Vorbild Giorgio de Chiricos ausgerichtet.
Agenzia LUISA RICCIARINI—MILANO/© 2005 Artists Rights Society (ARS), New York / SIAE, Rome.

 

 

 

 

 

 

 

Fotorealismus

 

 

Fotorealismus ['Fo·to·rea·lis·mus]

 

der; -, kMz. Richtung der modernen Malerei, die e-e äußerst genaue Abbildung der Realität anstrebt

 

 

Pointillismus
Pointillismus, Maltechnik, bei dem Farbpunkte oder -striche mit reiner Farbe wie Mosaiksteinchen eng nebeneinander auf die Leinwand aufgetragen werden. Aus größerer Entfernung betrachtet erscheinen diese Punkte und Striche dem Betrachter durch optische Mischung als Farbflächen.
Die auf der Farblehre des Impressionismus und naturwissenschaftlichen Erkenntnissen der Farb- und der Lichttheorie gegründete Technik wurde von dem französischen Maler Georges Seurat, dem Begründer des Neoimpressionismus, Ende des 19. Jahrhunderts systematisch entwickelt. Beispiel hierfür ist Seurats Bild Sonntagnachmittag auf der Ile de la Grande Jatte (1885, Art Institute, Chicago). Nach seiner Begegnung mit Seurat 1884 wurde auch Paul Signac zum Vertreter des pointillistischen Verfahrens. Später kamen weitere Künstler hinzu. Das relativ starre Verfahren ließ allerdings kaum eine Weiterentwicklung zu.

Georges Seurat: Der Zirkus (1890, Musée d’Orsay, Paris)
Georges Seurat (1859-1891) gilt als einer der wichtigsten Repräsentanten des Pointillismus. Sein Gemälde Der Zirkus, dem dieses Detail entstammt, inspirierte Franz Kafka zu seiner Parabel Auf der Galerie: „Wenn irgendeine hinfällige, lungensüchtige Kunstreiterin in der Manege auf schwankendem Pferd vor einem unermüdlichen Publikum vom peitschenschwingenden erbarmungslosen Chef monatelang ohne Unterbrechung im Kreise rundum getrieben würde, auf dem Pferde schwirrend, Küsse werfend, in der Taille sich wiegend, und wenn dieses Spiel unter dem nichtaussetzenden Brausen des Orchesters und der Ventilatoren in die immerfort weiter sich öffnende graue Zukunft sich fortsetzte, begleitet vom vergehenden und neu anschwellenden Beifallsklatschen der Hände, die eigentlich Dampfhämmer sind – vielleicht eilte dann ein junger Galeriebesucher die lange Treppe durch alle Ränge hinab, stürzte in die Manege, rief das – Halt! durch die Fanfaren des immer sich anpassenden Orchesters.”
Corbis/Francis G. Mayer

 


Georges Seurat: Sonntagnachmittag auf der Île de la Grande Jatte (1885), Art Institute, Chicago
Aus winzigen Farbpunkten setzte der Pointillist Georges Seurat sein Gemälde Sonntagnachmittag auf der Île de la Grande Jatte zusammen. Erst auf der Netzhaut des Betrachters verbinden sie sich zu gleichmäßigen Farbflächen.
Bridgeman Art Library, London/New York

 

 

Action Painting
Action Painting (englisch: Aktionsmalerei), von dem amerikanischen Kunstkritiker Harold Rosenberg geprägte Bezeichnung für eine Stilrichtung der nichtgegenständlichen amerikanischen Malerei, die zuvor als Abstrakter Expressionismus bezeichnet wurde. Wichtige Vertreter dieser Richtung sind Robert Motherwell, Willem de Kooning und Jackson Pollock. Siehe auch moderne Kunst und Architektur.

Franz Kline: Meryon (1960-1961), Tate Gallery, London
Zu den Abstrakten Expressionisten zählt der amerikanische Maler Franz Kline, dessen Stil durch stark vereinfachte Strukturen in Schwarzweißtönen gekennzeichnet ist.
Tate Gallery, Art Resource, NY/© 2005 %Estate of% Franz Kline / Artists Rights Society (ARS), New York.

 


Willem de Kooning: Marilyn Monroe, 1954
Einer der Hauptvertreter des Abstrakten Expressionismus war Willem de Kooning, der nach figuralen Anfängen in seinem Spätwerk immer wieder zu figürlichen Ausdrucksformen zurückfand.

Bridgeman Art Library, London/New York/© 2005 Willem de Kooning Foundation / Artists Rights Society (ARS), New York.

 

Abstrakter Expressionismus
Die Künstler des Abstrakten Expressionismus verliehen mit ihrer gestischen Maltechnik und kraftvollen Farbgebung der amerikanischen Nachkriegsmalerei neue Impulse. Ausgangspunkt war die Auffassung der Surrealisten (siehe Surrealismus), dass der Künstler durch automatisch ablaufende, nicht intellektuell gesteuerte Prozesse aus dem Unbewussten Bilder schaffen könnte (Informelle Malerei). Jackson Pollock entwickelte eine Technik, bei der er die Farbe aus Dosen und vom Pinsel auf riesige Leinwände tropfen (dripping) und anschließend durch Körperbewegungen Muster entstehen ließ. Andere Künstler, die sich auch eines expressiven Duktus und großer Formate bedienten, waren Willem de Kooning, bekannt für seine Darstellungen von Frauen, Robert Motherwell und Franz Kline, deren meditative Malerei an Techniken der Kalligraphie erinnert. Die Farbfeldmalerei (Color-field-painting), für die breite, leicht variierte Flächen mit reinen Farben typisch sind, wurde von Künstlern wie Mark Rothko, Barnett Newman oder Clyfford Still perfektioniert. Einen geometrischen Stil vertrat Ad Reinhardt, der, beeinflusst von Piet Mondrian und Rothko, schwarz abgetönte Rechtecke malte, die als Meditationstafeln verstanden werden sollten. Reinhardt galt als einer der Vorläufer der Minimal Art. Für die Entwicklung einer kalifornischen Malerei der sechziger Jahre war Richard Diebenkorn wichtig, der zunächst unter dem Einfluss Rothkos abstrakt malte, und später mit stilisierten Landschaften, in welche er isolierte Figuren stellte, bekannt wurde.
Um 1960 waren zwei verschiedene Bewegungen entstanden, die sich gegen den Abstrakten Expressionismus richteten. Jasper Johns mit seinen kühlen, unbewegten
10.10.07 19:37


Kunst Schulaufgabe

Bildern von Flaggen und anderen Alltagsgegenständen und Robert Rauschenberg, der in seine Collagen Ausschnitte aus den Massenmedien integrierte, waren die Wegbereiter der Pop-Art. Zu deren wichtigsten Vertretern gehörten Andy Warhol und Roy Lichtenstein, die Bilder aus der Werbung oder aus Comics reproduzierten. Zur selben Zeit beschränkten sich die Minimalisten darauf, die rein formalen Oberflächeneigenschaften der Malerei zu unterstreichen.

 

 

Surrealismus

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EINLEITUNG
Surrealismus, Bezeichnung für eine nach Beendigung des 1. Weltkrieges in Paris entstandene avantgardistische Literatur- und Kunstströmung. Die Bezeichnung geht auf eine Äußerung Guillaume Apollinaires von 1917 zurück und wurde durch André Bretons Erstes Manifest des Surrealismus 1924 theoretisch untermauert. Der Surrealismus in den bildenden Künsten ging direkt aus der dadaistischen Bewegung hervor (siehe Dadaismus), von dem er auch seine antibürgerliche Stoßrichtung bezog. Ausgehend von der Psychoanalyse Sigmund Freuds versuchten die Künstler der Bewegung nicht länger, äußere Wirklichkeit darzustellen, sondern thematisierten stattdessen das Unbewusste, Triebhafte und Irrationale. Dementsprechend folgt das surrealistische Kunstwerk der Logik des Traumes: Visionäres und Rauschhaftes tritt ins Zentrum des Interesses. Um 1928 zeigen sich erste Zerfallserscheinungen der Bewegung, die im Zuge der Résistance im 2. Weltkrieg eine kurze Neugeburt erlebte. Offiziell wurde die surrealistische Strömung, die sich schnell in ganz Europa und den USA ausweitete, 1969 aufgelöst. Surrealistische Tendenzen hingegen zeigen sich bis in die Literatur der heutigen Zeit.

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SURREALISTISCHE LITERATUR
Einer der wichtigsten Leitfiguren der surrealistischen Autoren war Comte de Lautréamont, der Verfasser des Prosagedichts „Die Gesänge des Maldoror” (1868-1870). Aber auch die Werke der Barockliteratur, der deutschen Romantik und des französischen Symbolismus (siehe Charles Baudelaire, Arthur Rimbaud, Gerard de Nerval) waren von Bedeutung. Zu den wichtigsten Vertretern des Surrealismus gehören Paul Éluard, Louis Aragon, René Crevel, Georges Bataille, Jacques Prèvert, Robert Desnos, Pierre Reverdy und Philippe Soupault. In ihrer Nachfolge verstand sich u. a. Raymond Queneau. Weitere vom Surrealismus beeinflusste Schriftsteller waren Federico García Lorca, Pablo Neruda, Alfred Döblin, Hermann Kasack, Hans Henny Jahnn, Alfred Kubin, Elisabeth Langgässer und Hans Erich Nossack.
Die surrealistische Literatur versuchte durch einen passiven, rein „automatischen” Schreibprozess (écriture automatique) in die psychischen Tiefenschichten des Künstlers vorzudringen. Dabei wurde zumeist auf Syntax und handlungslogische Stringenz verzichtet, Bildsequenzen scheinbar „mechanisch” ohne Zusammenhang aneinander gereiht. Eine Nachbearbeitung dieser Textcollagen sollte nicht erfolgen, die Grenze zwischen Traum und Realität verschwimmen. Wichtige Beispiele surrealistischer Literatur sind Soupaults Le bon apôtre (1923), Éluards Capitale de la douleur (1926), Aragons Le paysan de Paris (1926) sowie Bretons Nadja (1928).

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SURREALISTISCHE KUNST
In der bildenden Kunst wurde der Surrealismus von so unterschiedlichen Künstlern wie Hieronymus Bosch, Paolo Uccello, Giuseppe Arcimboldo, William Blake, Odilon Redon, Marc Chagall und Paul Klee inspiriert. Von der Pittura Metafisica Giorgio De Chiricos übernahm ein Teil der Künstler den Hang zur Darstellung bühnenhaft-unwirklicher, perspektivisch verzerrter Räume. Vertreter surrealistischer Malerei bzw. Plastik waren zunächst die vom Dadaismus sich abwendenden Künstler Marcel Duchamp, Francis Picabia, Max Ernst, Hans Arp und Man Ray. Um 1925 stießen André Masson und Joan Miró hinzu. Letzterer wurde, da seine Kunst dem dogmatischen Führer der Gruppe, André Breton, zu individualistisch erschien, bald wieder ausgeschlossen. Später kamen Yves Tanguy, René Magritte und Alberto Giacometti zum surrealistischen Zirkel. Salvador Dalí trat 1930 bei, wurde aber schnell aufgrund seiner kommerziellen Zielsetzung vom Rest der Gruppe kritisiert. In Belgien sind Paul Delvaux, in der Tschechoslowakei Jendřich tyrský und Toyen, in Dänemark Wilhelm Freddie und in Schweden Max Walter Svanberg den Surrealisten zuzurechnen. In Deutschland zeigen die Werke Richard Oelzes, Edgar Endes und Mac Zimmermanns stark surrealistische Züge.
In der surrealistischen Malerei unterscheidet man gemeinhin zwei Tendenzen: Während Künstler wie Dalí und Magritte versuchten, realistisch dargestellte Objekte der Erfahrungswelt aus ihrem Kontext herauszunehmen und in neue, irrationale Sinnzusammenhänge einzubinden (veristischer Surrealismus), entwickelten Masson, Miró oder Arp eine zu abstrakt-organischen Formen tendierende Zeichenwelt (absoluter Surrealismus). Darüber hinaus entstanden surrealistische Photographien (Hans Bellmer, Herbert List) und surrealistische Filme (Man Ray, Rene Clair, Hans Richter, Jean Cocteau, Luis Buñuel). Durch die Anwesenheit surrealistischer Künstler in den USA während des 2. Weltkrieges (Man Ray, Paul Ernst, Yves Tanguy) wurde der Abstrakte Expressionismus vom Surrealismus geprägt.

Giorgio de Chirico: Die Unsicherheit des Dichters (1913), Privatsammlung, London
Von den Vertretern der Pittura Metafisica wie Giorgio de Chirico übernahmen die Surrealisten die Neigung zur Darstellung bühnenhafter, perspektivisch verzerrter Räume.
Bridgeman Art Library, London/New York/© 2005 Artists Rights Society (ARS), New York / SIAE, Rome.

 

Surrealismus: Daten und Ereignisse

JAHR

BILDENDE KUNST UND FILM
LITERATUR

 

1920

 

André Breton und Philippe Soupault verfassen Les Champs magnétiques (Die magnetischen Felder, 1921 veröffentlicht).
1921
Max Ernst: Celebes

 

1922

 

André Breton veröffentlicht Après Dada; Lâchez tout Un Cadavre (nach Dada), ein kollektives Manifest gegen Anatole France.
1923
Man Ray. Rayogramme

 

1924

 

André Breton veröffentlicht sein erstes Manifeste du surréalisme (Manifest des Surrealismus).
1925
Ausstellung surrealistischer Malerei in der Galerie Pierre in Paris

 

1926

 

Paul Eluard: Capitale de la douleur (Hauptstadt der Schmerzen)
Louis Aragon: Le Paysan de Paris (Pariser Landleben)
1928
Joan Miró: Interieur hollandais
Luis Bunuel und Salvador Dalí drehen Un chien andalou (Ein andalusischer Hund).
André Breton: Nadja, le surréalisme et la peinture (Nadja)
1929
Max Ernst: La femme 100 tête
André Breton: Second Manifeste du surréalisme
1930
Luis Buñuel und Salvador Dalí: L'Âge d'or (Das goldene Zeitalter)

 

1933
Albert Skira gründet die Revue Minotaure
Es erscheint Un cadavre: pamphlet contre André Breton von Georges Bataille, Robert Desnos, Michel Leiris, Jacques Prévert, Raymond Queneau u. a.
1934
Alberto Giacometti: Objet invisible (Unsichtbares Objekt)

 

1936
Ausstellung surrealistischer Objekte in der Galerie Ratton in Paris

 

1937

 

André Breton: L'amour fou
1938
Internationale Surrealisten-Ausstellung in Paris
Antonin Artaud: Le Théâtre et son double (Das Theater und sein Double)
1939
Marcel Duchamp: Rose Sélavy

 

1940
Joan Miró: Constellations

 

1942

 

Louis Aragon: Cantiques à Elsa
1944
André Masson: Bestiaire

 

1945
Jean Dubuffet prägt den Begriff Art brut (Rohe Kunst)

 

1946

 

Jacques Prévert: Paroles
1947
Marcel Duchamp und André Breton organisieren die internationale Surrealisten-Ausstellung in der Galerie Maeght in Paris
Antonin Artaud: L'Art brut, Van Gogh ou le suicidé de la société
1948
Jean Dubuffet, André Breton, Jean Paulhan und Henri-Pierre Roché gründen die Compagnie de l'Art Brut

 

 

 


Salvador Dalí: Die Beständigkeit der Erinnerung
Eines der bekanntesten Gemälde des exzentrischen spanischen Surrealisten Salvador Dalí ist sein Bild Die Beständigkeit der Erinnerung, das u. a. durch das Triptychon Garten der Lüste des altniederländischen Malers Hieronymus Bosch angeregt wurde.
Bridgeman Art Library, London/New York/© 2005 Salvador Dali, Gala-Salvador Dali Foundation / Artists Rights Society (ARS), New York.

 


Joan Miró: Niederländisches Interior I (1928)
Der spanische Maler Joan Miró (1893-1983) kam 1920 nach Paris, wo er sich den Surrealisten anschloss und 1924 das erste surrealistische Manifest unterschrieb. Er entwickelte eine eigenwillige, unverwechselbare Bildsprache mit spielerisch-skurril anmutenden Elementen, die frei assoziativ angeordnet die Bildfläche rhythmisieren. Die Figuren und Muster sind Bestandteile eines heiter wirkenden Kosmos.
Art Resource, NY/© 2005 Successió Miró / Artists Rights Society (ARS), New York / ADAGP, Paris

 


René Magritte: Der Verrat der Bilder
Der Verrat der Bilder ist eines der bekanntesten Werke des belgischen Surrealisten René Magritte (1898-1967). Der Künstler variierte das Pfeifenmotiv immer wieder, um auf ein Thema hinzuführen, das als Schlüssel für seine verrätselten Bildwelten dienen kann: die irritierende Unzulänglichkeit von Zeichensystemen und die Nichtübereinstimmung verschiedener Repräsentationsformen von Wirklichkeit. Der Satz Ceci n’est pas une pipe („Dies ist keine Pfeife&rdquo soll bedeuten: Dies ist die Abbildung einer Pfeife, nicht die Pfeife selbst.
Art Resource, NY/© 2005 C. Herscovici, Brussels / Artists Rights Society (ARS), New York

 

Dadaismus
Dadaismus (angeblich aus der französischen Kindersprache, von dada: Holzpferdchen), internationale revolutionäre Kunst- und Literaturbewegung in den ersten beiden Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts, die gegen die im 1. Weltkrieg fragwürdig gewordenen Kulturwerte der bürgerlichen Gesellschaft rebellierte. Das Kinderstammelwort dada gab dieser Ablehnung überlieferter ästhetischer Ideale Ausdruck. Dabei bot das 1916 von Hugo Ball in Zürich gegründete Cabaret Voltaire den Dadaisten wie dem Rumänen Tristan Tzara, dem Österreicher Walter Serner, dem Deutschen Richard Huelsenbeck und dem Deutschfranzosen Hans Arp ein Forum für ihre künstlerischen und politisch-pazifistischen Anschauungen. 1915 entstanden Dada-Bewegungen in New York (Man Ray, Marcel Duchamp, Francis Picabia) und Paris (André Breton, Louis Aragon, Paul Éluard, Philippe Soupault). Aus dem Pariser Dada ging später der Surrealismus hervor. In Deutschland entstanden nach 1918 dadaistische Bewegungen in Berlin (Richard Huelsenbeck, George Grosz, John Heartfield, Hanna Höch, Raoul Hausmann), Köln (Max Ernst, Hans Arp) und Hannover (Kurt Schwitters). Nach dem 1. Weltkrieg traten außerdem viele Zürcher Dadaisten der Pariser Gruppe bei, die sich ihrerseits 1922 auflöste.
Bei ihrer Rebellion gegen bürgerliche Kunstmaßstäbe bevorzugten die Dadaisten im Kunstbetrieb unverständliche und daher schockierende Verfahrensweisen. In Literatur und bildender Kunst wurde so die Propagierung eines absurden Weltbildes vor allem auch zur Provokationsgeste. So verwendeten die Dadaisten als ungewöhnliche Materialien etwa industriell gefertigte Gegenstände, die sie (wie Kurt Schwitters) zu Montagen verarbeiteten oder (wie Marcel Duchamp) unbearbeitet in den neuen Kontext des Museums stellten. Auch wurde der Zufall bei der Entstehung von Kunstwerken gegen die bürgerliche Vorstellung autonomer Schöpferkraft ausgespielt. Marcel Duchamp erklärte handelsübliche Objekte (so genannte Ready-mades) wie einen Flaschentrockner und ein Pissoir (Urinbecken) zu Kunstwerken.
Der Dadaismus war weniger eine neue Kunstform als vielmehr der Versuch, alte Werte und Vorstellungen aufzusprengen und zu hinterfragen. Zahlreiche seiner Techniken beeinflussten andere Strömungen bis hin zum Neorealismus und zur Konkreten Poesie nachhaltig. Nach ihrer dadaistischen Periode wandten sich viele Künstler in den zwanziger Jahren anderen Bewegungen der Moderne zu.

 

 

Jugendstil, international bedeutsame Stilrichtung in der angewandten und bildenden Kunst an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert, die außer in der Malerei und Bildhauerei besonders in der Architektur und Innenarchitektur, im Möbeldesign, in der Plakat-, Glas- und Textilkunst, der Keramik und der Buchillustration ihre Ausprägung fand, sich aber auch in den Bereichen Literatur und Musik niederschlug.

 

Die neue Bewegung manifestierte sich in Österreich im so genannten Secessionsstil, in Frankreich und England als Art Nouveau (im angloamerikanischen Raum auch Modern Style genannt), in Italien als Stile florale oder Stile Liberty (nach einem einflussreichen englischen Vertreter dieser Stilrichtung). Während sich die deutsche Bezeichnung von der 1896 gegründeten Zeitschrift Die Jugend ableitete, geht der französische Ausdruck Art Nouveau, der sich international durchsetzte, auf die Galerie La Maison de l’Art Nouveau zurück, die der Hamburger Kunsthändler Siegfried Bing Ende des 19. Jahrhunderts in Paris eröffnet hatte.

 


Gustav Klimt: Der Kuß (1907/08), Österreichische Galerie, Wien
Charakteristisch für den preziösen Spätstil der „goldenen Phase“ des bedeutendsten Vertreters der Wiener Secession ist sein symbolistisch-allegorisches Gemälde Der Kuß, in dem die Körper ins Dekorativ-Flächenhafte stilisiert sind.
Art Resource, NY/Erich Lessing

 


Aubrey Beardsley: Isolde (1891/92)
Angeregt durch den japanischen Farbholzschnitt und die Kunst der Präraffaeliten fand Aubrey Beardsley, der zu den kreativsten Jugendstilillustratoren zählt, zu seinem charakteristischen Zeichenstil, der durch starke Stilisierung und kunstvolle Linienführung gekennzeichnet war.
Bridgeman Art Library, London/New York

 


Alfons Mucha: Plakat für die Zigarettenmarke Job
Die Stilisierung der Figur, die Ornamentik und die kalligraphische Linienführung dieses Plakatentwurfs weisen den tschechischen Künstler Alfons Mucha als Meister des Jugendstils aus.
Art Resource, NY/© 2005 Artists Rights Society (ARS), New York / ADAGP, Paris. Photo: Scala

 


Margarete Stonborough-Wittgenstein (1905, Neue Pinakothek, München)
Für sein Porträt der Margarete Stonborough-Wittgenstein positionierte Klimt sein Modell vor einen ruhig-geometrischen Jugendstil-Hintergrund, der dem nach unten sich weitenden Kleid harmonisch gegenübersteht.
Corbis/Francis G. Mayer

 

 

 

Nazarener
Nazarener, ursprünglich Spottname für eine Gruppe von deutschen Malern der Romantik, die 1809 in Wien den Lukasbund gründeten, der die Ethik und Religiosität des Mittelalters wieder beleben wollte. Sie lebten ab 1810 in dem römischen Kloster San Isidoro nach dem Vorbild mittelalterlicher Bruderschaften und malten dort gemeinsam die Fresken der Casa Bartoldy (heute Bode-Museum, Berlin) und des Casino Massimo (1816-1829). In der Überzeugung, dass die Kunst seit der Hochrenaissance nur eine leere Zurschaustellung von Kunstfertigkeit sei, suchten sie vor allem bei italienischen Malern wie Raffael, Fra Angelico und Perugino, aber auch bei der Malerei Albrecht Dürers Anregungen. Die begabtesten unter ihnen waren Johann Friedrich Overbeck, Julius Schnorr von Carolsfeld oder Peter von Cornelius. Als ihre besten Arbeiten gelten heute Landschaften und Porträtzeichnungen. Groß war der Einfluss der Nazarener auf religiöse Kleingraphik, Bilderbibeln und Kinderbücher des 19. Jahrhunderts. Siehe auch Präraffaeliten.

Overbeck: Italia und Germania
In dem zwischen 1811 und 1828 entstandenem Gemälde (Neue Pinakothek, München) mit den Personifikationen Italien und Deutschlands hat Friedrich Overbeck die Ideale der Nazarener versinnbildlicht.
Art Resource, NY/Erich Lessing

 

 

Eines der Zentren der klassizistischen Malerei war Rom, wo Johann Joachim Winckelmann Künstler wie Anton Raphael Mengs um sich versammelte, der mit seinem von Winckelmann angeregten Deckenfresko in der Villa Albani, Parnass (1761), das erste richtungweisende Werk der klassizistischen Malerei schuf. Seine Arbeit wiederum beeinflusste Maler wie H. F. Füger und Angelica Kauffmann. Zwischen 1760 und 1765 vollendete Gavin Hamilton fünf Gemälde nach Homers Ilias und brachte damit den Klassizismus nach England. Vom Romaufenthalt des amerikanischen Malers Benjamin West (1760-1763) zeugt sein Gemälde Agrippina landet in Brundisium (1766, Yale University Art Gallery, New Haven), das antike Architekturrudimente in die Darstellung integriert. Als klassizistische Landschaftsmaler taten sich u. a. Jacob Philipp Hackert und Joseph Anton Koch hervor.

 

Klassizistische Strenge und klare Farbgebung charakterisieren das Werk Jacques-Louis Davids, eines der bedeutendsten Exponenten der klassizistischen Malerei. Ein typisches Beispiel seiner Historiengemälde ist Der Schwur der Horatier (1784, Louvre, Paris), der in statuarisch-pathetischem Gestus einen heroischen Patriotismus glorifiziert und dabei die klassizistische Forderung nach Logik und Klarheit in der Bildkomposition exemplarisch ins Bild setzt. Ein bedeutender Schüler Davids war Jean Auguste Dominique Ingres. Vom französischen Klassizismus war auch das Werk des Amerikaners John Vanderlyn geprägt, der 1808 von Napoleon eine Auszeichnung für sein Gemälde Marius meditiert auf den Trümmern von Karthago (1807, M. H. de Young Memorial Museum, San Francisco) erhielt.

 

Nach 1790 ließen sich die Maler des Klassizismus von den flächigen Figurensilhouetten der griechischen Vasenmalerei inspirieren. Neben Amus Jakob Carstens war der Engländer John Flaxman ein bedeutender Vertreter dieser Richtung. Dieser schuf 1793 schlichte, zweidimensional wirkende Umrissillustrationen für Ausgaben von Homers Ilias und Odyssee, welche auf Tiefe und illusionistische Lichtmodellierung gänzlich verzichteten. Er beeinflusste besonders die Nazarener, William Blake oder Ingres, wie dessen Frühwerk Achill empfängt die Abgesandten Agamemnons (1801, Musée de l’École Nationale Supérieure des Beaux-Arts, Paris) belegt.
Formal ist auch der Schweizer Johann Heinrich Füssli dem Klassizismus verpflichtet, wenngleich der von Irrationalismus und Visionen geprägte Inhalt seiner Bilder den Idealen dieser Epoche (wie Klarheit, Rationalität etc.) häufig zuwiderläuft.

Jacques-Louis David: Der Schwur der Horatier (1784), Louvre, Paris
Klare Farben, klassische Strenge und heroisierendes Pathos charakterisieren das Historiengemälde des französischen Klassizisten Jacques-Louis David, das Ende des 18. Jahrhunderts in königlichem Auftrag entstand und die Historienmalerei der folgenden Jahrzehnte maßgeblich prägte.
Bridgeman Art Library, London/New York

 

 


Angelica Kauffmann: Bildnis einer sitzenden Dame (um 1795), Tate Gallery, London
In den Gemälden Angelica Kauffmanns, darunter zahlreiche sensible Porträts wie dieses Bildnis einer sitzenden Dame, verband sich ein klassizistischer Grundton mit Elementen des Rokokostils.

Art Resource, NY/Tate Gallery, London

Pop-Art

1

 

EINLEITUNG
Pop-Art, Bewegung in der bildenden Kunst der fünfziger und sechziger Jahre, vor allem in den USA und Großbritannien, deren Ästhetik bald auch auf andere Bereiche der Gesellschaft übergriff. Die Pop-Art (verkürzt für popular art, auf Deutsch etwa „volkstümliche Kunst&rdquo entstand in zwei voneinander unabhängigen Richtungen in London und den USA.
Die Bilder der Pop-Art wurden den Produkten der Massenindustrie entlehnt. Geprägt wurde der Begriff von dem englischen Kritiker A. Alloway. In den Gemälden, Collagen, Skulpturen, Photomontagen und Happenings der Pop-Art-Künstler tauchen Bierflaschen, Suppendosen, Comicstrips, Straßenschilder und ähnliche Objekte auf. Andere verwendeten die Objekte selbst, manchmal in überraschend verfremdeter Form. Neue Materialien wie Plastik, Kunstharzschaum und Acrylfarbe wurden bevorzugt. Als eine der wichtigsten Kunstbewegungen der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts beeinflusste die Pop-Art nicht nur das Werk nachfolgender Künstler, sondern wirkte auch auf Werbung, Unterhaltungsmusik, Graphik-Design und Mode.

2

 

ENTSTEHUNG
Zu den Vorläufern der Pop-Art zählt das Werk der Dadaisten – z. B. des französischen Künstlers Marcel Duchamp – ebenso wie amerikanische und europäische Traditionen des 19. und 20. Jahrhunderts: die Trompe-l’œil-Malerei und andere Darstellungen alltäglicher Gegenstände. Nicht wenige Pop-Art-Künstler verdienten ihren Lebensunterhalt in kommerziellen, verwandten Branchen.
Pop-Art entstand als Reaktion auf den Abstrakten Expressionismus der vierziger und fünfziger Jahre, den die Pop-Art-Künstler als zu intellektuell, subjektiv und losgelöst von der Wirklichkeit empfanden. Indem sie sich das Motto des amerikanischen Komponisten John Cage zu Eigen machten, die Kluft zwischen Leben und Kunst zu schließen, ließen sich die Pop-Art-Künstler auf die Wirklichkeit des Alltags ein. Sie verwendeten Bilder, die die Vulgarität der Massenkultur spiegeln sollten, um eine unmittelbare Wahrnehmung der Realität zu erreichen, wie sie in der realistischen Malerei der Vergangenheit nie gelingen konnte. Ziel war eine unpersönliche Kunst, die dem Betrachter einen direkten Kontakt zum Kunstwerk ermöglichen und weniger auf Absicht und Persönlichkeit des Künstlers verweisen sollte. Aber auch satirische und kritische Momente sind in der Pop-Art festzustellen.

3

 

POP-ART IN DEN USA
In den Vereinigten Staaten gaben Robert Rauschenberg und Jasper Johns den entscheidenden Anstoß. Rauschenberg fertigte Collagen aus Einrichtungsgegenständen wie Decken und Kissen, Johns malte Bilderfolgen, die die amerikanische Nationalflagge und Zielscheiben darstellen. Das erste ausgereifte Werk der Pop-Art sehen wir in Just What Is It That Makes Today’s Home So Different, So Appealing? (Was ist es nur, was heute das Zuhause so anders, so anziehend macht?) des englischen Künstlers Richard Hamilton (1956, Privatsammlung). In dieser Collage zweier grotesker Figuren in einem Wohnzimmer werden die Kennzeichen der Pop-Art deutlich sichtbar: Ausgelassenheit, Widersinn, Ungeschminktheit und Ironie.
In den sechziger Jahren nahm die Pop-Art eine rasante Entwicklung. 1960 schuf der britische Künstler David Hockney Typhoo Tea (Kasmin Gallery, London), eines der ersten Gemälde, das ein Warenzeichen für ein kommerzielles Produkt darstellte. Im gleichen Jahr wurde Johns bemalte Bronzeplastik von Ballantine-Bierbüchsen gegossen, und 1961 entwarf der Amerikaner Claes Oldenburg seine grellen Plastiken von Hamburgern. Roy Lichtenstein bereicherte die Pop-Art mit seinen Ölgemälden, die Comicstrips in grellen Farben und überformatigen Szenen imitierten. Manche Künstler wie der Koreaner Nam June Paik und der Amerikaner Al Hansen inszenierten Happenings, theatralische Aktionen vor Publikum.
Zur Verwendung von Gegenständen aus der Massenkultur kam die Übernahme von Techniken der Massenproduktion. Robert Rauschenberg und Jasper Johns gaben das Einzelgemälde zugunsten von großen Bildfolgen auf, in denen jedes Bild den gleichen Gegenstand zeigte. In den frühen sechziger Jahren ging der Amerikaner Andy Warhol einen Schritt weiter, indem er das aus der Massenproduktion bekannte Siebdruckverfahren nutzte, um Hunderte identischer Drucke von Coca-Cola-Flaschen, Campbells Suppendosen und anderen Gegenständen herzustellen.
Weitere wichtige Werke der amerikanischen Pop-Art sind George Segals weiße Gipsabgüsse von Personen in nachgestellter alltäglicher Umgebung (Küche, Haltestelle, Parkbank), Wayne Thiebauds Darstellung von Tortengebäck in dicker Farbe, die wie Zuckerguss wirkt, imitierte Reklametafeln von James Rosenquist sowie die satirische Folge von amerikanischen Nackten, die Tom Wesselmann schuf. Jim Dine kombinierte Gegenstände mit Malerei, Robert Indiana arbeitete typographisch und entwarf Nummern, Buchstaben und Symbole.

4

 

POP-ART IN EUROPA
In England malte Peter Blake pseudo-ernste, werbewirksame Bilder von populären Berühmtheiten, und R. B. Kitaj malte Bilder, die oft „Ideen-Collagen” genannt wurden und auf streng figurativer Basis seltsame und unverständliche Bezüge zur Literatur herstellten. In den anderen europäischen Ländern schlossen sich Pop-Art-Künstler zur Gruppe des Nouveau Rèalisme zusammen: u. a. der Franzose César, der Autoteile einschmolz oder zusammenpresste, sein Landsmann Yves Klein, der das Azurblau als seine persönliche Farbe patentieren ließ, die Schweizer Daniel Spoerri – der Essensreste in Acrylglas einschmolz (Eat-Art) – und Jean Tinguely, der Skulpturen aus Schrott herstellte, sowie der deutsche Maler Gerhard Richter mit seinen Farbtafeln und seiner monochromen Malerei in Grau.

Roy Lichtenstein: Whaam (1963), Tate Gallery, London
Elemente aus Werbung und Massenmedien, wie Zeitschriften und Comicstrips, machten Pop-Art-Künstler wie Roy Lichtenstein zu neuen Ausdrucksmitteln der bildenden Kunst. Charakteristisch für dessen Werke sind die riesigen Vergrößerungen banaler Motive, wozu auch die Übernahme der drucktechnischen Rasterstruktur gehört sowie die Beschränkung auf die Primärfarben Rot, Gelb und Blau.
Bridgeman Art Library, London/New York

 


Robert Rauschenberg: Estate (1963)
Mit seiner Pop-Art beeinflusste Robert Rauschenberg die moderne Kunst nachhaltig. Estate von 1963 illustriert das Verfahren des Künstlers, flächigen Strich mit der Collage verschiedenster Bilder zu kombinieren.
© Robert Rauschenberg. Lizenziert von VAGA, New York, NY. Photo: Philadelphia Museum of Art, Corbis

 


Jasper Johns: Three Flags (1954/55)
Three Flags, das aus drei Einzelbildern besteht, die zu einem dreidimensionalen Objekt übereinander montiert wurden, ist eines von mehreren Flaggenbildern des amerikanischen Künstlers Jasper Johns, der durch seine innovative Sichtweise alltäglicher Gegenstände zu den Wegbereitern der Pop-Art gehört.
© Jasper Johns/Licensed by VAGA, New York, NY. Photo: Bridgeman Art Library, London/New York

 

 

 

Neoexpressionismus
Neoexpressionismus, Richtung der neueren Malerei vor allem in Deutschland, Frankreich und Italien, die sich einzelne Stilelemente des Expressionismus zu Eigen macht. Der Begriff ist ungenau und widersprüchlich, und er steht im Gegensatz zu den Absichten der damit bezeichneten Maler, die keine Wiederbelebung des historischen Expressionismus beabsichtigen.
Neoexpressionismus bezeichnet in Deutschland zum einen eine künstlerische Außenseiterposition, die in den sechziger und siebziger Jahren Maler wie Georg Baselitz, Markus Lüpertz, Bernd Koberling und Karl Horst Hödicke einnahmen. Zum anderen sind damit die Neuen Wilden vor allem in Berlin (Rainer Fetting, Helmut Middendorf, Salomé, Bernd Zimmer u. a.) und die Maler der Mülheimer Freiheit in Köln (Walter Dahn, Jiri Georg Dokoupil, Peter Bömmels u. a.) gemeint, also eine Richtung der Malerei, die Ende der siebziger und in den achtziger Jahren von einer jüngeren Generation praktiziert wurde. Der Vielfalt der künstlerischen Ansätze wird der Begriff Neoexpressionismus nicht gerecht. Als Charakteristika wären neben Figürlichkeit bzw. Gegenständlichkeit ein spontaner, emotionaler Ausdruck, humorvolles Spiel mit kunsthistorischen Stil- und Sujet-Zitaten, die ironische, emphatische oder aggressive Geste und ästhetische Provokationen anzusehen.
Parallele Kunstströmungen sind in Frankreich die Figuration libre (François Boisrond, Jean-Charles Blais, Robert Combas, Hervé di Rosa u. a.) und in Italien die Transavanguardia (Sandro Chia, Francesco Clemente, Enzo Cucchi, Mimmo Paladino u. a.); in den USA vertreten Susan Rothenberg, David Salle und Julian Schnabel eine vergleichbare Richtung (New Image Painting).

 

 

Symbolismus

1

 

EINLEITUNG
Symbolismus (von griechisch symbolon: Zeichen, Kennzeichen), im 19. Jahrhundert eine in ganz Europa verbreitete Richtung in Literatur und bildender Kunst, die als Gegenbewegung zum Vernunftkult der Aufklärung den transrationalen Bereich des Traumes und der Phantasie in ihren Werken kultivierte. Eingeführt wurde die Bezeichnung 1886 durch den französischen Neoklassizisten Jean Moréas, der damit eine Strömung vor allem der zeitgenössischen Lyrik bezeichnen wollte.

2

 

LITERATUR
In der Dichtung stellte sich der Symbolismus bewusst in Opposition zu anderen literarischen Strömungen der Zeit, vor allem zum Realismus und zum Naturalismus, die mit ihrer mimetischen Kunstauffassung der symbolistischen Konzeption diametral zuwiderliefen. Die Symbolisten verwarfen auch die strikt-systematisierenden Regeln der Verslehre und die topische Bildersprache ihrer Vorgänger. Wegbereiter des dichterischen Symbolismus waren der amerikanische Schriftsteller Edgar Allan Poe und der Franzose Gérard de Nerval.
In Frankreich, wo die Strömung in den achtziger Jahren des 19. Jahrhunderts ihren Anfang nahm, zeigte die Dichtung von Charles Baudelaire symbolistische Tendenzen, vor allem sein Lyrikband Les fleurs du mal (1857, Die Blumen des Bösen) und die Sammlung von Prosagedichten Le spleen de Paris (1869, Der Spleen von Paris). Stéphane Mallarmés literarischer Salon und seine Dichtung, etwa L’après-midi d’un faune (1876, Nachmittag eines Fauns), trieben die Bewegung voran. Mallarmés Prosastudie Divagations (1896) ist ein wichtiges Dokument zur Ästhetik des Symbolismus. Zu den literarischen Werken des Symbolismus gehören außerdem Paul Verlaines Romances sans paroles (1874, Lieder ohne Worte) sowie Arthur Rimbauds Gedichte Le bâteau ivre (1871, Das trunkene Schiff) und Une saison en enfers (1873, Aufenthalt in der Hölle).
Auch Autoren wie Jules Laforgue und Paul Valéry sind dem Symbolismus zuzurechnen. Pelléas et Mélisande des belgischen Dramatikers Maurice Maeterlinck ist eines der wenigen symbolistischen Bühnenstücke. Von Frankreich aus beeinflusste der Symbolismus Autoren in ganz Europa. Im deutschsprachigen Raum waren Stefan George, der junge Hugo von Hofmannsthal und Rainer Maria Rilke seine zentralen Vertreter.

3

 

BILDENDE KUNST
Die ersten symbolistischen Anregungen in der bildenden Kunst (vor allem Malerei und Graphik) kamen von den französischen Malern, wie z. B. von Pierre Cécile Puvis de Chavannes, Gustave Moreau und Odilon Redon, deren Gemälde und Zeichnungen oftmals Traumbilder oder religiöse oder mythologische Themen aufgriffen. Paul Gauguin, der mit Jakobs Kampf mit dem Engel (1888, National Gallery of Scotland, Edinburgh) selbst ein Beispiel symbolistischer Malerei vorgelegt hatte, organisierte die erste Ausstellung der Symbolisten (1889-1890) bei der Pariser Weltausstellung. Beeinflusst von zeitgenössischen symbolistischen Dichtern entstanden zwischen 1889 und 1900 symbolistische Arbeiten von Paul Sérusier, Maurice Denis, Pierre Bonnard und Édouard Vuillard, die die Gruppe Nabis gründeten. In Deutschland werden Hans von Marées, Max Klinger und Franz von Stuck, in Österreich Gustav Klimt und in der Schweiz Arnold Böcklin sowie Ferdinand Hodler dem Symbolismus zugerechnet. Der Symbolismus mit seiner subjektiven Auffassung von Malerei und seiner traumhaft-visionären bzw. märchenhaft-beschwörenden, Tod und Eros thematisierenden Motivik, übte u. a. starken Einfluss auf Fauvismus, Expressionismus und Surrealismus aus. Formal wirkte hierbei vor allem der Versuch vieler Symbolisten, ihrer Thematik gemäß eine antiillusionistische, gegen die gängige Zentralperspektive und gegen Wahrnehmungsmuster rebellierende Formauffassung zu etablieren, die nicht zuletzt Farblichkeit und Flächigkeit der Bildkomposition ins Zentrum rückte.

Paul Gauguin: Woher kommen wir? Wer sind wir? Wohin gehen wir?
Das großformatige Bild Woher kommen wir? Wer sind wir? Wohin gehen wir?, eine allegorische Darstellung des menschlichen Lebens in verschiedenen Altersstufen, wurde als geistiges Vermächtnis des französischen Malers Paul Gauguin (1848-1903) gedeutet. Denn der Künstler wollte sich nach Fertigstellung dieser Arbeit das Leben nehmen; der Selbstmordversuch misslang jedoch. Das auf Tahiti entstandene Gemälde ist von rechts nach links zu lesen: Das Leben des Menschen spielt sich ab zwischen Kindheit und Greisenalter und ist geprägt durch die Banalität alltäglicher Verrichtungen. Nur die Gestalt in der Mitte streckt sich nach oben und strebt nach Erkenntnis.
FPG International, LLC

 

Symbolismus: Zeittafel

JAHR

MALEREI
LITERATUR

 

1853

 

Gérard de Nerval: Aurélia oder Der Traum des Lebens
1857

 

Charles Baudelaire: Die Blumen des Bösen
1864
Gustave Moreau: Ödipus und Sphinx

 

1866

 

Paul Verlaine: Saturnische Gedichte
1876
Pierre Puvis de Chavanne: Zyklus über die Kindheit der heiligen Genoveva
Stéphane Mallarmé: Nachmittag eines Fauns
1880
Arnold Böcklin: Die Toteninsel

 

1884

 

Joris-Karl Huysmans: Gegen den Strich
1885

 

Jules Laforgue: Les Complaintes
1886
Max Klinger: Das Urteil des Paris
Jean Moréas: Manifest des Symbolismus
1887

 

Gustave Kahn: Les Palais nomades
1889
Gustav Klimt: Nudas veritas

 

1890
Odilon Redon: Die geschlossenen Augen
Paul Claudel: Die Stadt
Philippe Auguste Graf von Villiers de l'Isle-Adam: Axël
1891
Fernand Khnopff: I lock my door upon myself
Oscar Wilde: Das Bildnis des Dorian Gray
1892
Paul Gauguin: Der Geist der Toten begleitet dich
Maurice Maeterlinck: Pelleas und Melisande
1893
Franz von Stuck: Die Sünde

 

1894
Giovanni Segantini: Böse Mütter
Gustave Moreau: Jupiter und Semele
Rémy de Gourmont: Les proses moroses
1896

 

Paul Valéry: Herr Teste
Alfred Jarry: König Ubu
1897
Paul Gauguin: Woher kommen wir? Wer sind wir? Wo gehen wir hin?
Henri de Régnier: Les Jeux rustiques et divins
1905
Odilon Redon: Der Wagen des Apollon

 

 

10.10.07 19:19


Bildhauerkusntgeschichte

Bildhauerkunst

 

 

vor 5000 v.Chr.         :                              Naturvölker, Idole, weibliche Fruchtbarkeitssymbole, Masken,
phallische Male, Tierdarstellung

 

ab 3000 v.Chr.          :                              Ägypten: durch Entstehung des Staatswesens:
                                                               herrscherlich-religiöse Kultbilder
                                                               (Orient, südamerikanische und asiatische Kulturen)
                                                               starre Formen, unpersönliche Strenge, allgemeingültiger Kanon
               
Griechische Epoche    :                              - Archaismus
- Strenger Stil
- klassische Periode
anatomisch genaue Wiedergabe, Kontrapost, Künstler: Phidias, Polyklet, Myron
vollendetes Ebenmaß, anthropomorphe Proportionen (Athen)
Körper natürlich proportioniert

 

300 v.Chr – 200 n.Chr.:                             Römische Epoche:
virtuos, aber nüchterner, schematischer und zunehmend trockener als die griechische.
Neu: Historienrelief
Porträtskulptur von hoher physiognomischer Prägnanz, nüchterner Sachlichkeit und später hartem Verismus (Rom)

 

200 – 700 n.Chr.        :                              byzantinische Zeit, keine Bildhauerkunst

 

700 – 900 n.Chr.        :                              streng, karg, keine anatomische Darstellung, Körper
grundsätzlich bedeckt (Deutschland)

 

900 – 1100 n.Chr.      :                              Romanik, streng, Ausarbeitung von Gesichtspartien,
                                                               Mariendarstellungen, Künstler: Gibertius (Deutschland)

 

1100 – 1300 n.Chr.     :                              Gotik, Gesichter wohlgeformt, Kleidung in Schüssel-,
                                                               Röhren-, und Kaskadenfalten (S- und C- Schwünge, Stand-
                                                               und Spielbein) Künstler: Veit Stoß, Tilman Riemenschneider (Deutschland)

 

1300 – 1500 n.Chr.     :                              Renaissance, Wiederbelebung der griechischen Ideale,
                                                               anatom. genaue Darstellung, latente Erotik, Künstler:                                                                                                            Donatello, Michelangelo (Rom, Florenz)

 

1500 – 1700 n.Chr.     :                              Manierismus, Darstellung bis ins Detail,                                                                                                                   „figura serpentinata“, Künstler: M. Bologna (Italien)

 

1650 – 1800 n.Chr.     :                              Barock, Verspieltheit der Körper, „das einzelne NICHTS,                                                                                       das Gesamte ALLES“, Künstler: Sluter Bernini (Italien, Frankreich)
-          Körperproportionen werden an die Ansicht (Perspektive) angepasst
-          Körper / Kleidung werden in Bewegung gebracht
-          Dramaturgie in Gestik und Mimik
-          Personengruppen werden dargestellt

 

1730 – 1780 n.Chr.     :                              Rokoko, verfeinerte Spielart des Barock,                                                                                                                    Künstler: I. Günther, Asam (Süddeuschland)

 

1800 – 1900 n.Chr.     :                              Klassizismus, Wiederbelebung der antiken Ideale
                                                               Künstler: Thorwaldsen, (Niederlande) Rodin (Frankreich)
-          edle Einfalt, stille Größe
-          Kirche erleidet Machtverlust
-          Imperatorgedanke
-         

 

 

1900 – 1950 n.Chr.     :                              Expressionismus, Ausdruck innerer Gefühle,
                                                               Künstler: Klein

 

20. Jhd.                    :                              Lösen von allen Gegebenheiten, alles ist erlaubt,
                                                               das Objekt entsteht.
                                                               Dadaismus, Man Ray                                                                                                                                    

 

 

 

 

               

 

 

 

1.3.07 17:47


Bildhauerkusntgeschichte

Bildhauerkunst

 

 

vor 5000 v.Chr.         :                              Naturvölker, Idole, weibliche Fruchtbarkeitssymbole, Masken,
phallische Male, Tierdarstellung

 

ab 3000 v.Chr.          :                              Ägypten: durch Entstehung des Staatswesens:
                                                               herrscherlich-religiöse Kultbilder
                                                               (Orient, südamerikanische und asiatische Kulturen)
                                                               starre Formen, unpersönliche Strenge, allgemeingültiger Kanon
               
Griechische Epoche    :                              - Archaismus
- Strenger Stil
- klassische Periode
anatomisch genaue Wiedergabe, Kontrapost, Künstler: Phidias, Polyklet, Myron
vollendetes Ebenmaß, anthropomorphe Proportionen (Athen)
Körper natürlich proportioniert

 

300 v.Chr – 200 n.Chr.:                             Römische Epoche:
virtuos, aber nüchterner, schematischer und zunehmend trockener als die griechische.
Neu: Historienrelief
Porträtskulptur von hoher physiognomischer Prägnanz, nüchterner Sachlichkeit und später hartem Verismus (Rom)

 

200 – 700 n.Chr.        :                              byzantinische Zeit, keine Bildhauerkunst

 

700 – 900 n.Chr.        :                              streng, karg, keine anatomische Darstellung, Körper
grundsätzlich bedeckt (Deutschland)

 

900 – 1100 n.Chr.      :                              Romanik, streng, Ausarbeitung von Gesichtspartien,
                                                               Mariendarstellungen, Künstler: Gibertius (Deutschland)

 

1100 – 1300 n.Chr.     :                              Gotik, Gesichter wohlgeformt, Kleidung in Schüssel-,
                                                               Röhren-, und Kaskadenfalten (S- und C- Schwünge, Stand-
                                                               und Spielbein) Künstler: Veit Stoß, Tilman Riemenschneider (Deutschland)

 

1300 – 1500 n.Chr.     :                              Renaissance, Wiederbelebung der griechischen Ideale,
                                                               anatom. genaue Darstellung, latente Erotik, Künstler:                                                                                                            Donatello, Michelangelo (Rom, Florenz)

 

1500 – 1700 n.Chr.     :                              Manierismus, Darstellung bis ins Detail,                                                                                                                   „figura serpentinata“, Künstler: M. Bologna (Italien)

 

1650 – 1800 n.Chr.     :                              Barock, Verspieltheit der Körper, „das einzelne NICHTS,                                                                                       das Gesamte ALLES“, Künstler: Sluter Bernini (Italien, Frankreich)
-          Körperproportionen werden an die Ansicht (Perspektive) angepasst
-          Körper / Kleidung werden in Bewegung gebracht
-          Dramaturgie in Gestik und Mimik
-          Personengruppen werden dargestellt

 

1730 – 1780 n.Chr.     :                              Rokoko, verfeinerte Spielart des Barock,                                                                                                                    Künstler: I. Günther, Asam (Süddeuschland)

 

1800 – 1900 n.Chr.     :                              Klassizismus, Wiederbelebung der antiken Ideale
                                                               Künstler: Thorwaldsen, (Niederlande) Rodin (Frankreich)
-          edle Einfalt, stille Größe
-          Kirche erleidet Machtverlust
-          Imperatorgedanke
-         

 

 

1900 – 1950 n.Chr.     :                              Expressionismus, Ausdruck innerer Gefühle,
                                                               Künstler: Klein

 

20. Jhd.                    :                              Lösen von allen Gegebenheiten, alles ist erlaubt,
                                                               das Objekt entsteht.
                                                               Dadaismus, Man Ray                                                                                                                                    

 

 

 

 

               

 

 

 

1.3.07 17:47


Bildhauerkusntgeschichte

Bildhauerkunst

 

 

vor 5000 v.Chr.         :                              Naturvölker, Idole, weibliche Fruchtbarkeitssymbole, Masken,
phallische Male, Tierdarstellung

 

ab 3000 v.Chr.          :                              Ägypten: durch Entstehung des Staatswesens:
                                                               herrscherlich-religiöse Kultbilder
                                                               (Orient, südamerikanische und asiatische Kulturen)
                                                               starre Formen, unpersönliche Strenge, allgemeingültiger Kanon
               
Griechische Epoche    :                              - Archaismus
- Strenger Stil
- klassische Periode
anatomisch genaue Wiedergabe, Kontrapost, Künstler: Phidias, Polyklet, Myron
vollendetes Ebenmaß, anthropomorphe Proportionen (Athen)
Körper natürlich proportioniert

 

300 v.Chr – 200 n.Chr.:                             Römische Epoche:
virtuos, aber nüchterner, schematischer und zunehmend trockener als die griechische.
Neu: Historienrelief
Porträtskulptur von hoher physiognomischer Prägnanz, nüchterner Sachlichkeit und später hartem Verismus (Rom)

 

200 – 700 n.Chr.        :                              byzantinische Zeit, keine Bildhauerkunst

 

700 – 900 n.Chr.        :                              streng, karg, keine anatomische Darstellung, Körper
grundsätzlich bedeckt (Deutschland)

 

900 – 1100 n.Chr.      :                              Romanik, streng, Ausarbeitung von Gesichtspartien,
                                                               Mariendarstellungen, Künstler: Gibertius (Deutschland)

 

1100 – 1300 n.Chr.     :                              Gotik, Gesichter wohlgeformt, Kleidung in Schüssel-,
                                                               Röhren-, und Kaskadenfalten (S- und C- Schwünge, Stand-
                                                               und Spielbein) Künstler: Veit Stoß, Tilman Riemenschneider (Deutschland)

 

1300 – 1500 n.Chr.     :                              Renaissance, Wiederbelebung der griechischen Ideale,
                                                               anatom. genaue Darstellung, latente Erotik, Künstler:                                                                                                            Donatello, Michelangelo (Rom, Florenz)

 

1500 – 1700 n.Chr.     :                              Manierismus, Darstellung bis ins Detail,                                                                                                                   „figura serpentinata“, Künstler: M. Bologna (Italien)

 

1650 – 1800 n.Chr.     :                              Barock, Verspieltheit der Körper, „das einzelne NICHTS,                                                                                       das Gesamte ALLES“, Künstler: Sluter Bernini (Italien, Frankreich)
-          Körperproportionen werden an die Ansicht (Perspektive) angepasst
-          Körper / Kleidung werden in Bewegung gebracht
-          Dramaturgie in Gestik und Mimik
-          Personengruppen werden dargestellt

 

1730 – 1780 n.Chr.     :                              Rokoko, verfeinerte Spielart des Barock,                                                                                                                    Künstler: I. Günther, Asam (Süddeuschland)

 

1800 – 1900 n.Chr.     :                              Klassizismus, Wiederbelebung der antiken Ideale
                                                               Künstler: Thorwaldsen, (Niederlande) Rodin (Frankreich)
-          edle Einfalt, stille Größe
-          Kirche erleidet Machtverlust
-          Imperatorgedanke
-         

 

 

1900 – 1950 n.Chr.     :                              Expressionismus, Ausdruck innerer Gefühle,
                                                               Künstler: Klein

 

20. Jhd.                    :                              Lösen von allen Gegebenheiten, alles ist erlaubt,
                                                               das Objekt entsteht.
                                                               Dadaismus, Man Ray                                                                                                                                    

 

 

 

 

               

 

 

 

1.3.07 17:46


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